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Zum Schutz für Mutter und Kind: Anschnallpflicht für Schwangere

Bisweilen glauben manche Menschen, Frauen mit Babybauch seien von der Gurtpflicht im Auto befreit. Das ist jedoch falsch, denn grundsätzlich gilt die Anschnallpflicht für alle Insassen in Autos oder Taxis – egal, ob schwanger oder nicht. Andererseits riskiert man laut Bußgeldkatalog eine Strafe in Höhe von 30 Euro.

Zudem kann es im Falle eines Unfalls bei Schwangeren aufgrund der Nichteinhaltung der Gurtpflicht zur Annahme einer Mitschuld kommen, die wiederum versicherungstechnische Konsequenzen nach sich ziehen kann.

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Schwanger im Auto: Wann die Gurtpflicht für Schwangere entfällt

Nicht selten fürchten Schwangere, dass der enganliegende Sicherheitsgurt die Gesundheit ihres Babys gefährden könnte. Diese Angst gilt jedoch als unbegründet, denn viel gefährlicher ist es für das Ungeborene und die Mutter, bei Missachtung der Anschnallpflicht im Falle eines Verkehrsunfalls zu Schaden zu kommen.

In seltenen Fällen können schwangere Frauen bei medizinischen Bedenken der Gurtpflicht entbunden werden. So kann die Schwangere für einen in einem ärztlichen Attest festgelegten Zeitraum auf das Anlegen eines Sicherheitsgurts verzichten, wenn dieser die Gesundheit des ungeborenen Kindes gefährden könnte.

Wie schnallt man sich in der Schwangerschaft an?

Anschnallpflicht für Schwangere im Auto - sie gilt auch in Deutschland.

Abhängig vom Stadium der Schwangerschaft, kann es aufgrund des wachsenden Babybauchs zu Schwierigkeiten beim Anlegen des Gurts im Auto kommen. Dabei ist es gerade bei Schwangeren wichtig, sich korrekt anzuschnallen, da bei einem Aufprall der Bauch gegen das Lenkrad stoßen könnte. Dies kann zu einem frühzeitigen Blasensprung führen.

Ein handelsüblicher Dreipunktgurt genügt in der Regel, um die Mutter und das ungeborene Baby im Auto zu schützen. Doch ein Gurtadapter in der Schwangerschaft kann zusätzlichen Schutz bieten und den Komfort beim Autofahren erhöhen. Bei solch einem Anschnallgurt für Schwangere handelt es sich um eine Erweiterung des herkömmlichen Sicherheitsgurtes im Auto.

Spezielle Rückhaltesysteme für Schwangere gibt es in unterschiedlichen Varianten. Einige bestehen etwa aus einem Sitzkissen mit Gurtführungsband und Klettverschluss. Das Führungsband soll den Anschnallgurt unterhalb des Babybauches fixieren.

Ab wann ein Autogurt eigens für Schwangerschaft verwendet werden soll, lässt sich pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich schadet es aber nicht, einen Schwangerschaftsgurt schon früh zu tragen, da bei einem Unfall bereits etwa ab der 8. Schwangerschaftswoche der Druck eines über den Bauch gespannten Sicherheitsgurtes für das Ungeborene gefährlich sein kann.

Schwanger und Anschnallpflicht – Tipps für werdende Mütter

  • Um bei einem Unfall zu verhindern, dass der Druck, der beim Öffnen des Airbags entsteht, den Bauch der Frau trifft, sollten Schwangere den Autositz so weit wie möglich nach hinten schieben. Experten empfehlen einen Mindestabstand von 25 Zentimetern zwischen Bauch und Lenkrad beziehungsweise Airbag. Ganz vermeiden lässt sich die Gefahr übrigens als Beifahrerin oder beim Sitzen auf der Rückbank.
  • Der Beckengurt sollte so angepasst werden, dass er stets unterhalb des Bauches verläuft und nicht auf die Gebärmutter drückt. Auf diese Weise wird beim Bremsen oder Anhalten kein Druck auf das Ungeborene im Bauch ausgeübt. Ein kleines Kissen zwischen Bauch und Gurt kann helfen, den Gurt in der richtigen Position zu halten und den Druck zu minimieren.
  • Auf langen Autofahrten regelmäßig Pausen einlegen – egal ob als Fahrerin oder Beifahrerin. Langes Sitzen erhöht vor allem bei Hochschwangeren die Thrombosegefahr.
  • Werdende Mütter sollten insbesondere im letzten Drittel der Schwangerschaft generell hinterfragen, ob sie in der Lage sind, ein Auto zu führen. Oft auftretende Begleiterscheinungen in der Schwangerschaft (zum Beispiel Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Zerstreutheit, Übelkeit) erhöhen die Unfallgefahr. Auch wenn die Wehen bereits eingesetzt haben, verstößt eine Schwangere gegen das Verkehrsrecht, wenn sie sich dennoch hinter das Steuer eines Autos setzt.

Schwanger beruflich Autofahren

Privat können Schwangere so viel mit dem Auto fahren, wie sie möchten und sich im Stande dazu fühlen. Im beruflichen Bereich verhält es sich dagegen anders. So gilt laut dem Mutterschutzgesetz ab dem dritten Schwangerschaftsmonat ein Beschäftigungsverbot für werdende Mütter, die in Beförderungsmitteln wie etwa Taxis, Bussen oder Zügen arbeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die werdende Mutter selbst Fahrerin ist oder als Fahrkartenkontrolleurin oder Flugbegleiterin arbeitet. Der Arbeitgeber kann der Schwangeren dann eine andere Aufgabe zuweisen.

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