Lassen sich Punkte, Bußgeld oder ein Fahrverbot verhindern?

Fahrverbote für Geschwindigkeitsüberschreitung: Das müssen Sie wissen

Neben Geldstrafen aus dem Bußgeldkatalog und Punkten in Flensburg, droht bei gravierenden Tempoüberschreitung bisweilen sogar ein Fahrverbot. Diese Maßnahme hat ihre rechtliche Grundlage in § 25 StVG (Straßenverkehrsgesetz). Dort ist festgelegt, dass ein Fahrverbot wegen Geschwindigkeitsüberschreitung verhängt werden darf. Dieses kann maximal drei Monate dauern.

Zudem legt § 25 StVG fest, dass der Betroffene seinen Führerschein für die Dauer des Fahrverbots bei der zuständigen Behörde abgeben muss. Dies stellt allerdings keinen klassischen Führerscheinentzug dar, da man die Fahrerlaubnis nach Ablauf des Fahrverbots ohne zusätzliche Tests wiederbekommt.

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Ab welcher Geschwindigkeit droht ein Fahrverbot?

Fährt man zu schnell, kann der Führerschein bis zu drei Monate weg sein.

Wann genau ein Fahrverbot wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen droht, ist im bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog (BT-KAT-OWI) zusammengefasst. Darin heißt es, dass eine Überschreitung des Tempolimits von mehr als 30 km/h innerorts bzw. mehr als 40 km/h außerorts zu einem einmonatigen Fahrverbot führt. Für Lkw-Fahrer und Pkw mit Anhänger gibt es das Fahrverbot bereits ab 26 km/h Tempoverstoß innerorts und 31 km/h außerorts.

Wichtig: Für die Erteilung eines Fahrverbots ist lediglich die Frage nach außerorts oder innerorts entscheidend. Die tatsächlich zugelassene Geschwindigkeit, etwa in einer 30er-Zone oder einem verkehrsberuhigten Bereich spielt keine Rolle. Ebenso gibt es keine Sonderregeln für Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Autobahn. Sie gilt im Regelfall schlicht als außerorts.

Fahrverbotstabelle für Pkw innerorts (gilt gleichermaßen für den aktuellen Bußgeldkatalog als auch mit Inkrafttreten der StVO-Novelle):

GeschwindigkeitsüberschreitungFahrverbotEinspruch?
bis 25 km/hkein Fahrverbotwohl nicht
26 bis 30 km/h1 Monat (bei Wiederholungstätern)hier prüfen
31 bis 50 km/h1 Monathier prüfen
51 bis 60 km/h2 Monatehier prüfen
ab 61 km/h3 Monatehier prüfen
GeschwindigkeitsüberschreitungFahrverbotEinspruch?
bis 25 km/hkein Fahrverbotwohl nicht
26 bis 30 km/h1 Monat (bei Wiederholungstätern)hier prüfen
31 bis 50 km/h1 Monathier prüfen
51 bis 60 km/h2 Monatehier prüfen
ab 61 km/h3 Monatehier prüfen

Fahrverbotstabelle für Lkw und Pkw mit Anhänger innerorts (mit der StVO-Novelle ändert sich hier nichts):

GeschwindigkeitsüberschreitungFahrverbotEinspruch?
bis 25 km/hkein Fahrverbotwohl nicht
26 bis 40 km/h1 Monathier prüfen
41 bis 50 km/h2 Monatehier prüfen
ab 51 km/h3 Monatehier prüfen
GeschwindigkeitsüberschreitungFahrverbotEinspruch?
bis 25 km/hkein Fahrverbotwohl nicht
26 bis 40 km/h1 Monathier prüfen
41 bis 50 km/h2 Monatehier prüfen
ab 51 km/h3 Monatehier prüfen

Fahrverbotstabelle für Pkw außerorts (aktuell gültig und mit der StVO-Novelle):

GeschwindigkeitsüberschreitungFahrverbotEinspruch?
bis 25 km/hkein Fahrverbotwohl nicht
26 bis 40 km/h1 Monat (bei Wiederholungstätern)hier prüfen
41 bis 60 km/h1 Monathier prüfen
61 bis 70 km/h2 Monatehier prüfen
ab 71 km/h3 Monatehier prüfen
GeschwindigkeitsüberschreitungFahrverbotEinspruch?
bis 25 km/hkein Fahrverbotwohl nicht
26 bis 40 km/h1 Monat (bei Wiederholungstätern)hier prüfen
41 bis 60 km/h1 Monathier prüfen
61 bis 70 km/h2 Monatehier prüfen
ab 71 km/h3 Monatehier prüfen

Fahrverbotstabelle für Lkw und Pkw mit Anhänger außerorts (nach aktuell gültigem Bußgeldkatalog und mit der StVO-Novelle):

GeschwindigkeitsüberschreitungFahrverbotEinspruch?
bis 30 km/hkein Fahrverbotwohl nicht
31 bis 50 km/h1 Monathier prüfen
51 bis 60 km/h2 Monatehier prüfen
ab 61 km/h3 Monatehier prüfen
GeschwindigkeitsüberschreitungFahrverbotEinspruch?
bis 30 km/hkein Fahrverbotwohl nicht
31 bis 50 km/h1 Monathier prüfen
51 bis 60 km/h2 Monatehier prüfen
ab 61 km/h3 Monatehier prüfen

Fahrverbot: Wiederholungstäter leben gefährlich

Aber Vorsicht: Auch geringere Geschwindigkeitsüberschreitungen können bereits zu Fahrverboten führen. Nämlich dann, wenn man zum Wiederholungstäter wird. Wer als Wiederholungstäter zählt, definiert § 4 Abs. 2 BKatV (Bußgeldkatalog-Verordnung). Darin heißt es, dass zwei innerhalb von zwölf Monaten begangene Tempoverstöße von mindestens 26 km/h als Wiederholungstat zu werten sind. Ob innerorts oder außerorts spielt hier keine Rolle.

Als Wiederholungstäter muss man mit mindestens einem Monat Fahrverbot rechnen, auch wenn keine der beiden Einzeltaten. Sollte man mit einem Fahrverbot nicht einverstanden sein, empfiehlt sich ein Einspruch. Dieser sollte mithilfe eines Verkehrsrechtsanwalts erfolgen, da dies die Chancen auf einen Erfolg vor Gericht stark verbessert.

Wichtig: Befindet sich der Temposünder noch in der Probezeit, gelten bezüglich des Fahrverbots wegen Geschwindigkeitsüberschreitung die gleichen Regeln wie für erfahrene Kfz-Führer. Eine Verlängerung der Probezeit tritt erst in Kraft, wenn es aufgrund schwerwiegender oder wiederholter Verstöße zu einem kompletten Entzug der Fahrerlaubnis kommt.

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