Sie haben bei Bwin Sportwetten- oder Casinoverluste erlitten? Für eine Rückforderung muss der frühere Spielzeitraum strikt vom heutigen Erlaubnisstatus getrennt werden. Bwin besitzt inzwischen deutsche Erlaubnisse; das beantwortet nicht automatisch, wie ältere Verträge rechtlich zu behandeln sind.
Stand: 27. August 2026. Die amtliche GGL-Whitelist wurde zuletzt am 14. August 2026 aktualisiert. Für bwin.de weist sie Sportwetten seit 9. Oktober 2020, virtuelle Automatenspiele seit 10. November 2022 und Online-Poker seit 14. November 2022 aus. Ansprechpartner: Rechtsanwalt Fabrice Hermes.
- Bwin: frühere Verluste und heutige Erlaubnisse
- Rechtslage bei Sportwetten vor Oktober 2020
- BGH I ZR 90/23 und EuGH C-530/24
- Unterlagen, Verjährung und Kosten
- Häufige Fragen zu Bwin-Verlusten
Bwin: frühere Verluste und heutige Erlaubnisse
Die bwin (Deutschland) Limited wird aktuell auf der amtlichen GGL-Whitelist geführt. Die dort genannten Erlaubnisdaten unterscheiden nach Glücksspielart. Deshalb wäre die Aussage „Bwin hat keine deutsche Lizenz“ heute falsch.
Für ältere Verluste ist dagegen zu prüfen, welche Wetten oder Spiele wann über welche Domain und mit welcher Gesellschaft abgeschlossen wurden. Die spätere Erlaubnis wirkt nicht automatisch auf frühere Verträge zurück. Ebenso führt das Fehlen einer Erlaubnis nicht ohne weitere Prüfung in jedem Fall zu einem Zahlungsanspruch.
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Jetzt kostenlos prüfenRechtslage bei Sportwetten vor Oktober 2020
Der Glücksspielstaatsvertrag 2012 stellte Sportwetten im Internet unter einen Erlaubnisvorbehalt. In Rückforderungsverfahren wird häufig geltend gemacht, dass ohne erforderliche deutsche Erlaubnis geschlossene Verträge nach § 134 BGB nichtig seien und Zahlungen nach § 812 BGB zurückverlangt werden könnten.
Die rechtliche Beurteilung hängt unter anderem davon ab, ob das konkrete Angebot materiell erlaubnisfähig war, ob ein Erlaubnisantrag gestellt wurde, wie das damalige Konzessionsverfahren ablief und welche Zusicherungen Behörden gegeben hatten. Pauschale Aussagen zu Live-Wetten, Ereigniswetten oder einer angeblich sicheren Nichtigkeit sämtlicher Verträge werden diesen Unterschieden nicht gerecht.
Unsere Hauptseite zu Casino- und Sportwettenverlusten zeigt die allgemeinen Prüfschritte. Anbieterbezogene Informationen finden Sie außerdem zu Tipico und bet365.
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Jetzt kostenlos prüfenBGH I ZR 90/23 und EuGH C-530/24
Der Bundesgerichtshof hat mit Beschluss vom 25. Juli 2024, I ZR 90/23, Fragen zur unionsrechtlichen Behandlung früherer Sportwetten ohne deutsche Konzession an den EuGH vorgelegt. Der amtliche BGH-Beschluss betrifft einen Spielzeitraum von 2013 bis zum 9. Oktober 2020.
Das Verfahren wird beim EuGH unter C-530/24 „Tipico“ geführt. Am 19. März 2026 hat der Generalanwalt Schlussanträge gestellt. Danach kann ein Anbieter ohne erforderliche Konzession grundsätzlich zur Rückzahlung verpflichtet sein; eine mögliche Ausnahme erörtert der Generalanwalt nur für besondere Konstellationen: Der Anbieter müsste die Konzession wegen unionsrechtswidriger Mängel des Konzessionsverfahrens nicht erhalten haben, von einer zuständigen und verlässlichen Behörde präzise, unbedingte und konsistente Zusicherungen zur vorläufigen Nichtdurchsetzung erhalten haben und die von dieser Behörde benannten grundlegenden Konzessionsvoraussetzungen erfüllt haben. Ob diese engen Voraussetzungen vorliegen, muss im Einzelfall geprüft werden. Die Schlussanträge sind kein Urteil. Die Rechtssache C-530/24 ist am 27. August 2026 weiterhin anhängig.
Unsere Einordnung des BGH-Hinweisbeschlusses I ZR 88/23 erläutert die frühere Linie. Für aktuelle Mandatsentscheidungen muss zusätzlich der Verfahrensstand von C-530/24 berücksichtigt werden.
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Jetzt kostenlos prüfenUnterlagen, Verjährung und Kosten
Für die Prüfung benötigen wir möglichst Konto- und Transaktionsübersichten, den genauen Spielzeitraum, Domain und Spielart, Angaben zur damaligen Vertragspartnerin sowie Wohn- und Aufenthaltsort. Behauptete Verlustspannen anderer Mandanten sagen nichts über den eigenen Fall aus und werden deshalb nicht als Erfolgsargument verwendet.
Auch zur Verjährung gibt es keine pauschale Zehnjahreszusage. Entstehung, Kenntnis, mögliche Hemmung und Höchstfristen müssen individuell bestimmt werden. Die voraussichtliche Dauer eines Gerichtsverfahrens hängt von Gericht, Beweisaufnahme und Verfahrensstand ab; eine feste Dauer von sechs Monaten kann nicht zugesagt werden.
Kosten, Rechtsschutzdeckung und Prozessfinanzierung werden transparent für den konkreten Fall geprüft. Über die kostenlose Erstprüfung können Sie die Eckdaten übermitteln.
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Jetzt kostenlos prüfenHäufige Fragen zu Bwin-Verlusten
Hat Bwin heute eine deutsche Erlaubnis?
Ja. Die GGL-Whitelist führt bwin.de aktuell für Sportwetten, virtuelle Automatenspiele und Online-Poker mit unterschiedlichen Erlaubnisdaten.
Sind Verluste vor dem 9. Oktober 2020 automatisch erstattungsfähig?
Nein. Der frühere Erlaubnisstatus ist ein zentraler Punkt, daneben müssen aber Angebot, Vertrag, Spielort, Konzessionsverfahren, Kenntnis, Verjährung und Einwendungen geprüft werden.
Hat der EuGH in C-530/24 bereits entschieden?
Nein. Am 27. August 2026 ist das Verfahren anhängig. Bislang liegen Schlussanträge des Generalanwalts vom 19. März 2026 vor.
Welche Dokumente sind besonders wichtig?
Wesentlich sind Zahlungs- und Spielhistorie, genaue Domain, Produktart, Spielzeitraum, damalige AGB und Vertragspartnerin sowie der Aufenthaltsort beim Spiel.
Primärquellen
- GGL: amtliche Whitelist
- BGH, I ZR 90/23, Beschluss vom 25. Juli 2024
- EuGH: Verfahrensstand C-530/24
- § 812 BGB
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