VW-Rückruf: Auch neuere Amarok-Modelle betroffen?

Auch der Pick-up des Automobilherstellers Volkswagen Amarok hat, bedingt durch manipulierte Software, die Abgasgrenzwerte im Feld nicht eingehalten. Dies hatte Volkswagen zunächst versucht zu verschleiern, unter anderem durch Einsatz einer Abschalteinrichtung. Folglich hatte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) unter den KBA-Referenznummern 5743 und 6452 Fahrzeuge vom Typ VW-Amarok in den Jahren 2015 und 2016 zurückgerufen.

Ziel der Rückrufaktionen mit dem Herstellercode 23R7, waren jeweils Fahrzeuge aus den Baujahren 2009 bis 2012. Von dem ersten Rückruf waren zunächst mehr als 44.000 Fahrzeuge weltweit betroffen, davon mehr als 8.300 in Deutschland. Beim zweiten Rückruf im Jahr 2016 gehörten die zurückgerufenen VW-Amarok zu einer Zahl von mehr als 84.000 Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns, bei der das KBA einen Rückruf verfügte.

Ihr Auto könnte vom Abgasskandal betroffen sein?

Lassen Sie sich kostenlos und unverbindlich beraten!

Jetzt Kontakt aufnehmen  

Sowohl EA 189 als auch Nachfolgemotor EA 288 betroffen

Von Manipulation und Rückruf betroffen waren die VW-Amarok-Fahrzeuge 2.0 TDI und 2.0 TDI 4 Motion, der betreffenden Baujahre, welche über einen Vierzylinder-Dieselmotor in Reihenbauart der Typen EA 189 und EA 288 verfügten. Letzterer ist ein Euro-6-Dieselmotor. Volkswagen argumentierte, dass nur das Testergebnis auf dem Prüfstand zähle, da keine Emissionsgrenzwerte für den tatsächlichen Straßenbetrieb existierten. Dieser Argumentation folgte das Landgericht Duisburg nicht.

In einem Fall, in dem es um die Rückabwicklung des Kaufvertrages, sowie Schadensersatz wegen einer illegalen Abschalteinrichtung im Motor eines VW Golf ging,  nahm das Gericht Volkswagen wegen der vorsätzlichen und sittenwidrigen Schädigung seines Kunden in Haftung und verurteilte VW zur Zahlung von Schadensersatz und Rücknahme des Fahrzeugs.  Seit 2017 ist bei den Gerichten eine Tendenz hin zu verbraucherfreundlichen Urteilen zu erkennen. Dies ist auch der weiteren Aufklärung des Abgasskandals zu verdanken. Dennoch kommen ständig neue fragwürdige Praktiken des VW-Konzerns ans Licht oder lassen erhebliche Zweifel an der vollumfänglichen Aufklärung des Dieselabgasskandals durch Volkswagen aufkommen.

Auch neuere Amarok-Modelle könnten betroffen sein

So könnten auch im Fall des VW-Modells Amarok weitere Motorenmodelle in Fahrzeugen, aus späteren Baujahren als 2012 mit illegalen Abschalteinrichtungen ausgestattet worden sein. Zu nennen ist dabei die überarbeitete Version des EA 897, der EA 897evo. Zwar sind Pick-ups mit diesem Typ Dieselmotor noch nicht vom Kraftfahrtbundesamt zurückgerufen worden. Jedoch musste die VW-Tochter Audi diverse Fahrzeugmodelle zurückrufen, in denen der 3.0-Liter-Dieselmotor EA 897 verbaut wurde.

Das OLG Karlsruhe hat mit Hinweisbeschluss vom 22. August 2019 erklärt, es würden Sachverständigengutachten zu Dieselmotoren vom Typ EA 896 und dessen Nachfolger EA 897 eingeholt. Im Jahr 2017 wurden weitere illegale Abschalteinrichtungen in diverse Audi-Modellen, vor allem im Porsche Cayenne und im VW Touareg entdeckt, die einen VW EA 897-Motor benutzen.  Auch eigene Tests der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im Emissions-Kontroll-Institut EKI legen dies nahe, da dieses, nach eigenen Angaben, 91 Euro 6-Diesel-PKW, nicht nur der Marke VW, gemessen hat und eine mehr als fünffache Überschreitung der Abgasgrenzwerte festgestellt hat. Nur neun Prozent der der getesteten Euro 6-Diesel PKW würden demnach die vorgegebenen Grenzwerte einhalten.

EuGH entscheidet im Mai über Abschalteinrichtungen

Inzwischen hat ein Gericht aus Frankreich dem Europäischen Gerichtshof eine Vorlagefrage gestellt (Az. C-693/18). Die Luxemburger Richter sollen feststellen, ob Volkswagen unzulässige Abschalteinrichtungen verwendet hat, durch die die Kunden von VW über eine wesentliche Eigenschaft des gekauften Fahrzeugs getäuscht wurden und ob die Abschalteinrichtungen in den Fahrzeugen den erhöhten Ausstoß von Stickoxiden im normalen Straßenverkehr zur Folge haben.  Das französische Gericht bittet den EuGH des Weiteren um Beantwortung der Frage, unter welchen Bedingungen eine Abschalteinrichtung zum Schutz des Motors aktiviert werden darf. VW argumentierte bezüglich des Euro-6-Dieselmotors EA 288, dass es zum Schutz des Motors erforderlich sei, innerhalb bestimmter Temperatur- oder Thermofenster, die Abgasreinigung bei Vorliegen bestimmter Temperaturen abzuschalten. Nach Auffassung deutscher Gerichte handelt es sich bei diesem Verfahren um illegale Abschalteinrichtungen. Die Entscheidung der Richter in Luxemburg wird im Mai 2020 erwartet.

Risikofaktor Softwareupdate

Kunden des VW-Konzern sollten sich nicht darauf verlassen, dass die Softwareupdates das Problem endgültig aus der Welt schaffen. Dieselfahrverbote in deutschen Städten für Fahrzeuge, welche die Grenzwerte der Abgastests nicht einhalten, betreffen auch PKW mit der Abgasnorm Euro-6, also auch den VW-Amarok. Des Weiteren droht die Gefahr einer erheblichen Minderung des Fahrzeugwertes allein dadurch, dass es nicht die beworbenen Abgaswerte einhalten kann. Volkswagen weigert sich trotz des immensen Vertrauensverlustes, eine Garantie dafür zu übernehmen, dass es nicht zu einem höheren Verbrauch oder Leistungseinbußen der Fahrzeuge, in Folge der Nachrüstung kommt. Betroffene VW- Kunden sollten in jedem Fall überprüfen lassen, welche Ansprüche sie gegen Volkswagen geltend machen können. Die erfahrene Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN vertritt bislang über 12.000 Mandanten, die durch den Abgasskandal geschädigt wurden. Nehmen Sie unsere kostenlose Erstberatung jetzt in Anspruch oder kontaktieren Sie uns direkt unter 030 – 200 590 770 oder schreiben Sie uns unter info@rueden.de.

Ihr Auto könnte vom Abgasskandal betroffen sein?

Lassen Sie sich kostenlos und unverbindlich beraten!

Jetzt Kontakt aufnehmen