Rückruf: VW Golf VI und VII Diesel betroffen

Volkswagen hat bei neueren Modellen seiner Erfolgsreihe Golf Abgasmanipulationen mittels Abschalteinrichtungen vorgenommen. Betroffen sind Golf-Diesel-Fahrzeuge mit Motoren der Abgasnorm Euro 6.

Nicht nur ältere Golf- Modelle von Manipulationen betroffen

Dabei trifft es nicht nur den VW Golf selbst, sondern auch den Kompaktvan Golf Plus. Beide sind vom Abgasskandal nicht verschont geblieben. Die Fahrzeuge der Baujahre 2009 bis 2016 verfügen nämlich über Dieselmotoren vom Typ EA- 189. In diesen hatte VW eine illegale Abschalteinrichtung installiert. Hierbei handelt es sich entweder um 1.2, 1.6 oder 2.0- Liter-Dieselmotoren. EA- 189-Dieselmotoren sollten die Abgasnorm Euro-5 erfüllen, aber auch einen wichtigen technischen Schritt zur Entwicklung von Euro-6-Dieselmotoren darstellen. Betroffen von den Manipulationen  bei den Golf-Modellen, sind vor allem die Baureihen VI und VII des Golf und der Golf Plus.

Auch Nachfolgemodell des Dieselmotors EA 189 betroffen

Betroffen sind aber gleichfalls VW Golf Fahrzeuge, in denen das Nachfolgemodell des EA 189- Motors verbaut wurde, wie der Golf VII TDI oder der Golf Sportsvan. Bei letzterem handelt es sich um ein Fahrzeug der Abgasnormgruppe Euro-6. In diesen wurden seit 2012 Dieselmotoren vom Typ EA 288 verbaut, aber auch in Tiguan, Passat und Fahrzeugen anderer Automarken der Volkswagen AG, wie Audi, Skoda und Seat. Bei diesen hat Volkswagen sich geweigert einen bewussten Betrug zuzugeben. Vielmehr „zähle nur das Testergebnis auf dem Prüfstand, da keine Emissionsgrenzwerte für den realen Straßenbetrieb bestünden.“Dennoch wurde Volkswagen vor dem Landgericht Duisburg verurteilt. Die Richter urteilten, Volkswagen habe seine Kunden vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt. Volkswagen erhob Berufung vor dem zuständigen Oberlandesgericht Düsseldorf, ein Termin fand jedoch nicht statt. Offenbar hatte Volkswagen sich mit dem Halter des Golfs doch noch außergerichtlich einigen können.

13 mal rief das KBA Volkswagenmodelle vom Typ Golf zurück

Seit dem 04. August 2016 hat das KBA 13 Rückrufaktionen gestartet, die allesamt auch den VW Golf betreffen, weil „durch manipulierte Software bedingt die Abgasgrenzwerte im Feld nicht eingehalten werden.“ Die letzte Rückrufaktion betraf sogar Fahrzeuge bis Baujahr 2017, also noch fast zwei Jahre nach Aufdeckung des Diesel-Abgasskandals bei Volkswagen. Allein von diesem Rückruf waren über 18.500 Fahrzeuge weltweit, davon allein mehr als 3500 in Deutschland, betroffen. Volkswagens Herstellercode der Rückrufaktionen trug laut Kraftfahrtbundesamt die Nummer 23R7.

EuGH entscheidet über Zulässigkeit von Abschalteinrichtungen

Derweil hat ein französisches Gericht dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg im Rahmen eines Vorabentscheidungsverfahrens mehrere Vorlagefragen gestellt (Aktenzeichen C-693/18). Das Gericht soll feststellen, ob Volkswagen eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet hat, die Käufer hierdurch über eine wesentliche Eigenschaft des Fahrzeugs getäuscht worden sind und ob die Abschalteinrichtung einen erhöhten Ausstoß von Stickoxiden im Straßenverkehr zur Folge hat.  Des Weiteren fragt das französische Gericht die Luxemburger Richter, unter welchen Bedingungen eine Abschalteinrichtung zum Schutz des Motors aktiviert werden dürfe. Volkswagen hatte beim Dieselmotor EA-288 argumentiert, zum Schutz des Motors seien Thermofenster erforderlich, innerhalb derer bei bestimmten Temperaturen das Abschalten der Abgasreinigung erforderlich sei. Mehrere nationale Gerichte sahen dies als illegale Abschalteinrichtung an. Eine Entscheidung des höchsten europäischen Gerichts wird für Mai erwartet.

Mit Software-Updates sollten Kunden sich nicht abspeisen lassen

Fest steht: Kunden sollten sich nicht mit einem Software-Update zufriedengeben, da eine erhebliche Wertminderung des Fahrzeugs droht. Darüber hinaus, sollten VW-Kunden bedenken, dass Volkswagen sich trotz des immensen Vertrauensverlustes weigert, eine Garantie dafür zu übernehmen, dass es nicht zu einem höheren Verbrauch oder Leistungseinbußen der Fahrzeuge, in Folge der Nachrüstung kommt. Betroffene Golf-Eigentümer und andere Kunden von Volkswagen sollten daher prüfen lassen, welche Ansprüche sie gegen Volkswagen in der Hand haben. Die erfahrenen Anwälte der Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN vertreten bereits über 5.000 Mandanten als Geschädigte des Abgasskandals. Nehmen Sie Ihre KOSTENLOSE ERSTBERATUNG in Anspruch oder nehmen Sie direkt Kontakt zu uns auf unter: 030 – 200 590 770 oder schreiben Sie uns unter info@rueden.de .


Quellen:

Autozeitung vom 12.09.2019 auf https://www.autozeitung.de/vw-rueckrufaktion-diesel-skandal-120691.html, abgerufen am 04.02.2020

mdr aktuell auf [https://www.mdr.de/nachrichten/wirtschaft/inland/laut-swr-auch-neuere-vw-dieselmotoren-vom-abgasskandal-betroffen-100.html vom 12.09.2019, aberufen am 04.02.2020

Tagesschau vom 21.01.2020 auf https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/vw-abgasskandal-161.html abgerufen am 04.02.2020

Handelsblatt vom 28.01.2020 auf https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autoindustrie-vw-und-daimler-scheitern-wohl-mit-dem-versuch-den-dieselskandal-vom-eugh-fernzuhalten/25476658.html?ticket=ST-1416554-OyY7pCYK1lRtmuMDm29x-ap2 abgerufen am 04.02.2020