VW-Dieselskandal: Stickoxidwerte des VW Touareg wurden manipuliert

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat am 9. Februar 2018 den VW Touareg zurückgerufen. Grund ist das Entfernen einer unzulässigen Abschalteinrichtung im Motor des Fahrzeugs. Betroffen sind die Baujahre 2014 bis 2017. Den Herstellercode hat das KBA mit 23Y3 angegeben. Weltweit sollen rund 59.100 Fahrzeuge betroffen sein, davon allein rund 26.200 in Deutschland.

Illegale Abschalteinrichtungen im Motor entdeckt

Bei den betroffenen Fahrzeugen handelt es sich um die Dieselvarianten des VW Touareg II. In dem 3,0-Liter-Motor VW EA 897, der im VW Touareg 3.0 V6 TDI eingebaut wurde, hatte Volkswagen eine illegale Abschalteinrichtung untergebracht. Dieser Motor findet sich unter anderem auch im VW Pick-up-Modell Amarok. Die Abschalteinrichtung reduziert die Abgasnachbehandlung oder schaltet diese ganz ab. Sie ist also Bestandteil der Abgasreinigung. Die betroffenen Fahrzeuge stießen daher mehr Stickoxide aus, als nach der Abgasnorm Euro 6 gesetzlich erlaubt sind und vom Fahrzeughersteller Volkswagen angegeben wurden.

Abschalteinrichtung erkennt Prüfsituation

Außerdem ist die von VW installierte Software in der Lage zu erkennen, ob sich das Fahrzeug auf dem Prüfstand befindet. In diesem Fall lässt es die Abgasreinigung eingeschaltet, um so niedrigere Stickoxidwerte zu erzielen. Im realen Straßenbetrieb hingegen wurde die Abgasreinigung vom Fahrzeug ausgeschaltet, sodass es unzulässig vermehrt Stickoxide ausstieß.

Gleich zwei Abschaltvarianten untergebracht

Neben der Abschalteinrichtung, die die Abgasreinigung während der Fahrt ganz oder teilweise deaktiviert, wurden auch die sogenannten SCR-Katalysatoren teilweise abgeschaltet. SCR-Katalysatoren fügen den Stickoxiden einen Harnstoff bei, sodass diese neutralisiert werden. Die Einspritzung geschah jedoch nur eingeschränkt. Laut Volkswagen soll das aber ausschließlich der Fall sein, wenn der Harnstoff zur Neige geht. Eine Warnleuchte solle dies dann anzeigen.

Risikofaktor: Softwareupdate

VW hat versprochen, die unzulässigen Abschalteinrichtungen durch Umprogrammierung des Motorsteuergeräts zu deaktivieren. Dieses Softwareupdate scheint jedoch nicht immer folgenlos zu sein. Kurz nach Installation eines Updates, so berichtet es der ADAC, soll es bei betroffenen Fahrzeugen zu Problemen mit dem Laufverhalten des Motors oder zu Bauteilschäden gekommen sein. VW-Kunden sollten sich daher nicht mit dem Softwareupdate zufriedengeben, sondern VW in Haftung nehmen.

VW hat sich schadensersatzpflichtig gemacht

Mehrere Gerichte haben Volkswagen bisher zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt. VW wird vorgeworfen, seine Kunden vorsätzlich und sittenwidrig geschädigt zu haben. Auch die Rückgabe des Fahrzeugs und die Erstattung des Kaufpreises sind möglich. Dabei wurde bisher immer eine Nutzungsentschädigung auf den Kaufpreis angerechnet. Das bedeutet, dass VW einen Teil der Kaufsumme einbehalten durfte, weil der Käufer den Wagen gefahren hatte. Zuletzt ist es jedoch gelungen, die Erstattung des vollen Kaufpreises zu erstreiten. Eine hiergegen eingelegte Berufung hat Volkswagen zurückgezogen. Das Urteil ist damit rechtskräftig.

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Quellen:

KBA: Rückrufdatenbank, URL: https://www.kba-online.de/gpsg/auskunftServlet, abgerufen am 19.02.2020.

Sueddeutsche.de: Schummelsoftware im VW Touareg entdeckt, URL: https://www.sueddeutsche.de/auto/abgasskandal-schummelsoftware-im-vw-touareg-entdeckt-1.3788628, abgerufen am 19.02.2020.

ADAC: Fahrzeuge der VW-Gruppe von Manipulationssoftware betroffen, URL: https://www.adac.de/verkehr/abgas-diesel-fahrverbote/abgasskandal-rechte/rechte-verbraucher/vw/, abgerufen am 19.02.2020.