Top 10 der teuersten Verkehrssünden in Deutschland

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Wenn man geblitzt wurde, lässt der Bußgeldbescheid meistens nicht lange auf sich warten. Verstöße gegen manche Verkehrsregeln können richtig ins Geld gehen – auch wenn die Bußgelder in Deutschland nicht die höchsten der Welt sind. Aber welche Verstöße sind laut dem aktuellen deutschen Bußgeldkatalog eigentlich die teuersten? Hier eine Hitliste der teuersten Bußgelder im Verkehrsrecht:

Platz 10: Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung

Wer in Deutschland während der Fahrt das Smartphone nutzt und dabei eine Sachbeschädigung verursacht, muss 200 Euro Strafe zahlen. Das gilt auch für andere elektronische Geräte wie Navis, Smartwatches oder Displays – außer sie werden per Sprachsteuerung bedient. Ein kleiner Trost: In den Niederlanden kostet schon die bloße Nutzung des Handys am Steuer 230 Euro. In Deutschland werden dafür „nur“ 100 Euro fällig.

Platz 9: Richtungsverstöße auf der Autobahn

Auf Autobahnen ist wegen des hohen Tempos besondere Vorsicht geboten. Wer auf der Autobahn entgegen der Fahrtrichtung – also als Geisterfahrer – unterwegs ist, gefährdet Menschenleben und muss mit bis zu 290 Euro Strafe rechnen. Das gleiche Bußgeld erwartet Fahrer, die auf der Autobahn wenden oder rückwärtsfahren.

Platz 8: Riskante Überholmanöver

Auch riskantes Überholen kann gefährlich werden – und teuer. Wer auf der Landstraße in einer unübersichtlichen Kurve mit Gegenverkehr überholt, riskiert nicht nur einen schweren Unfall – er muss auch mit einem Bußgeld von bis zu 300 Euro rechnen. 

Platz 7: Blockieren der Rettungsgasse 

Bei einem Unfall auf der Autobahn entscheiden Sekunden über Leben und Tod. Deshalb müssen Notarzt und Rettungssanitäter so schnell wie möglich an den Unfallort gelangen. Weil die Rettungskräfte oft behindert werden, werden die Bußgelder für das Blockieren einer Rettungsgasse regelmäßig erhöht. Einem Fahrer, der keine Rettungsgasse bildet oder unbefugt durch eine Rettungsgasse fährt, drohen nach dem neuen Bußgeldkatalog 320 Euro Strafe.

Platz 6: Überfahren einer roten Ampel 

Rotlichtverstöße können gravierende Folgen haben und werden deshalb als schwere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung geahndet. Wer vor einer roten Ampel nicht hält und geblitzt wird, muss mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 360 Euro rechnen. 

Platz 5: Unterschreiten des Sicherheitsabstandes 

Ein ausreichender Sicherheitsabstand ist wichtig, um rechtzeitig auf Hindernisse reagieren zu können und Unfälle zu vermeiden. Wer bei einer Geschwindigkeit von mehr als 130 km/h den Mindestabstand unterschreitet und erwischt wird, dem drohen bis zu 400 Euro Strafe.

Platz 4: Missachten des Sonntagsfahrverbots durch LKW-Fahrer

Platz vier unserer Hitliste der teuersten Bußgelder in Deutschland betrifft nur den Lkw-Verkehr: Missachtet ein Lastwagenfahrer das Sonntagsfahrverbot und rollt trotzdem über die Autobahn, werden 570 Euro fällig. Diese Strafe muss allerdings der Halter des Fahrzeugs zahlen, der den Fahrer beauftragt hat, an einem Sonn- oder Feiertag zu fahren. 

Platz 3: Beleidigungen im Straßenverkehr

Arschloch, Schlampe oder Idiot: Beleidigungen im Straßenverkehr können ziemlich teuer werden: In der Regel werden Bußgelder um die 600 Euro verhängt. Doch es geht auch noch teurer: Die kostspieligste Beleidigung ist das Zeigen des Stinkefingers. Das kostet bis zu 4.000 Euro. Einen Polizisten „Du Mädchen“ zu nennen, ist dagegen vergleichsweise günstig – das kostet in der Regel nur 200 Euro. Die genaue Höhe des Bußgeldes hängt aber immer vom Einzelfall ab. 

Platz 2: Geschwindigkeitsverstöße 

Viele Verkehrsteilnehmer haben es eilig. Deshalb ist der Geschwindigkeitsverstoß der Klassiker unter den Verkehrssünden. Wer innerhalb einer geschlossenen Ortschaft mehr als 70 km/h zu schnell fährt und geblitzt wird, muss mit einem üppigen Bußgeld in Höhe von 680 Euro rechnen. Zu teuer? Das ist relativ: In Frankreich werden schon ab 50 km/h zu schnell 1500 Euro fällig.

Platz 1: Fahren unter Alkoholeinfluss 

Die mit Abstand höchsten Bußgelder werden für alkoholisiertes Fahren erhoben. Werden beim Fahrer 1,1 Promille festgestellt, muss er bis zu 3.000 Euro zahlen. Ab einer Promillegrenze von 1,1 gilt Alkohol am Steuer auch als Straftat. Zusätzlich zur Geldstrafe drohen eine Freiheitsstrafe, Entzug der Fahrerlaubnis und eine Anzeige. Bei Unfällen unter Alkoholeinfluss leitet die Staatsanwaltschaft zusätzlich ein Verfahren ein.

Soweit unsere Hitliste. Bei den meisten der genannten Strafen kommen zum Bußgeld übrigens noch Punkte in Flensburg und Fahrverbote hinzu. 

Haben Sie einen Bußgeldbescheid wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit erhalten? Dann lassen Sie sich unbedingt von einem Anwalt für Verkehrsrecht beraten! Möglicherweise können Sie Einspruch gegen den Bescheid einlegen und die Strafen damit abwenden. Die Kanzlei VON RUEDEN hat sich auf Verkehrsrecht spezialisiert. Nutzen Sie unseren kostenlosen Online-Check und nehmen Sie Kontakt zu uns auf!