Lassen sich Punkte, Bußgeld oder ein Fahrverbot verhindern?

Fahrverbot droht? Das müssen Autofahrer wissen!

Es ist häufig die größte Angst aller Autofahrer: den Führerschein zu verlieren. Und die Angst ist nicht unberechtigt, wenn man eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr begeht. Denn neben Bußgeldern und Punkten in Flensburg wird bei erheblichen Verstößen auch ein Fahrverbot verhängt.

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Was ist ein Fahrverbot?

Bei einem Fahrverbot muss ein betroffener Autofahrer seinen Führerschein – also das amtliche Dokument (Schein oder Plastikkarte) – für eine bestimmte Zeit an die zuständige Behörde abgeben. Seine Fahrerlaubnis verliert er allerdings nicht. Es handelt sich also nicht um den Entzug der Fahrerlaubnis.

Fahrverbot und Fahrerlaubnis – Unterschiede einfach erklärt

Bei einem Fahrverbot wird der Führerschein temporär abgenommen.

Die Fahrerlaubnis ist eine behördliche Genehmigung, dass eine Person grundsätzlich dazu berechtigt ist, ein Auto zu fahren. Den Nachweis darüber erhält man nach bestandener Führerscheinprüfung in Form des Führerscheins. Kurz gesagt: Wer zum Beispiel seinen Führerschein verliert, hat damit nicht seine Fahrerlaubnis verloren, sondern nur den Nachweis dafür. Beim Fahrverbot gilt das gleiche Prinzip: Autofahrer dürfen ohne gültigen Führerschein nicht hinterm Steuer sitzen – ihre grundsätzliche Fahrerlaubnis bleibt aber unangetastet.

Wann ist ein Fahrverbot fällig?

Wer den Führerschein abgeben muss, hat eine ziemlich gravierende Ordnungswidrigkeit begangen. Häufig gesellen sich zum Fahrverbot auch noch Bußgelder und Punkte hinzu. Häufiger Grund für ein Fahrverbot ist zum Beispiel eine zu hohe Geschwindigkeit. Wann ein Fahrverbot verhängt wird, steht im Bußgeldkatalog:

GeschwindigkeitsüberschreitungBußgeldPunkteFahrverbot
Ab 41 km/h außerorts160 Euro21 Monat
Ab 51 km/h außerorts240 Euro21 Monat
Ab 61 km/h außerorts440 Euro22 Monate
Mehr als 70 km/h außerorts600 Euro23 Monate
Ab 31 km/h innerorts160 Euro21 Monat
Ab 41 km/h innerorts200 Euro21 Monat
Ab 51 km/h innerorts280 Euro22 Monate
Ab 61 km/h innerorts480 Euro23 Monate
Mehr als 70 km/h innerorts680 Euro23 Monate
GeschwindigkeitsüberschreitungBußgeldPunkteFahrverbot
Ab 41 km/h außerorts160 Euro21 Monat
Ab 51 km/h außerorts240 Euro21 Monat
Ab 61 km/h außerorts440 Euro22 Monate
Mehr als 70 km/h außerorts600 Euro23 Monate
Ab 31 km/h innerorts160 Euro21 Monat
Ab 41 km/h innerorts200 Euro21 Monat
Ab 51 km/h innerorts280 Euro22 Monate
Ab 61 km/h innerorts480 Euro23 Monate
Mehr als 70 km/h innerorts680 Euro23 Monate

Fahrverbot auch bei Rotlichtverstoß sowie Alkohol- und Drogenfahrten

Der Bußgeldkatalog sieht ein Fahrverbot aber auch bei weiteren Ordnungswidrigkeiten vor – zum Beispiel bei einem Rotlichtverstoß oder einem illegalen Autorennen. Auch bei Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss kann ein Fahrverbot die Folge sein. Das gilt übrigens auf für Fahranfänger in der Probezeit. Ab wann Autofahrer den Führerschein abgeben müssen, zeigt die folgende Tabelle:

VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
Erster 0,5-Promilleverstoß500 Euro21 Monat
Zweiter 0,5-Promilleverstoß1.000 Euro23 Monate
Dritter 0,5-Promilleverstoß1.500 Euro23 Monate
Erster Verstoß gegen das Drogengesetz500 Euro21 Monat
Zweiter Verstoß gegen das Drogengesetz1.000 Euro23 Monate
Dritter Verstoß gegen das Drogengesetz1.500 Euro23 Monate
VerstoßBußgeldPunkteFahrverbot
Erster 0,5-Promilleverstoß500 Euro21 Monat
Zweiter 0,5-Promilleverstoß1.000 Euro23 Monate
Dritter 0,5-Promilleverstoß1.500 Euro23 Monate
Erster Verstoß gegen das Drogengesetz500 Euro21 Monat
Zweiter Verstoß gegen das Drogengesetz1.000 Euro23 Monate
Dritter Verstoß gegen das Drogengesetz1.500 Euro23 Monate

Fahrverbot: Ab wie viel Punkten ist der Führerschein weg?

Das Fahrverbot wird auch als eine Art erzieherische Maßnahme verhängt – nämlich dann, wenn Autofahrer im Laufe der Zeit aufgrund von vielleicht auch geringfügigen Ordnungswidrigkeiten zu viele Punkte in Flensburg angehäuft haben. Hat ein Autofahrer bereits acht Punkte in Flensburg angesammelt, muss er üblicherweise nicht nur den Führerschein abgeben. In diesem Fall wird ihm tatsächlich die Fahrerlaubnis entzogen. Er erhält sie erst nach einer Sperrfrist von mindestens sechs Monaten wieder zurück.

Die Acht-Punkte-Regelung besagt aber nicht, dass Autofahrer nicht schon mit viel weniger Punkten nicht mehr hinters Steuer dürfen. Das zeigen auch die beiden oberen Tabellen aus dem Bußgeldkatalog. Ein Beispiel: Wer noch ein ganz punktefreies Konto in Flensburg hat, aber außerorts mehr als 61 km/h zu schnell fährt, kassiert zu den zwei Punkten auch ein Fahrverbot von zwei Monaten.

Fahren trotz Fahrverbot? Besser nicht!

Einfach mal beide Augen zudrücken und ohne Führerschein hinters Lenkrad setzen? Das ist gar keine gute Idee! Wer ein Fahrverbot erhalten oder sogar die Fahrerlaubnis entzogen bekommen hat, sollte sich tunlichst an die Regeln halten und auf Bus, Bahn oder Mitfahrgelegenheit umsteigen. Denn wer beim Fahren trotz Fahrverbot erwischt wird, begeht eine Straftat und handelt sich dafür eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe ein.

Einspruch gegen Fahrverbot: Wann ist es sinnvoll?

Grundsätzlich gilt: Gegen ein Fahrverbot darf jeder Autofahrer Einspruch einlegen. Dieser muss innerhalb von 14 Tagen ab Zustellung des Bußgeldbescheids bei der Behörde eingehen. Begründen müssen Autofahrer den Einspruch nicht – allerdings wäre dies sinnvoll, um auch tatsächlich eine Chance auf Erfolg zu haben. Juristische Laien können jedoch häufig selbst nicht einschätzen, welche Gründe zu einem erfolgreichen Einspruch führen könnten. Deshalb lohnt es sich, Rücksprache mit einem Anwalt für Verkehrsrecht zu halten, der die Lage einschätzen und einen Einspruch gegen das Fahrverbot in die Wege leiten kann. Möglich ist dann, die Strafe komplett aufzuheben oder zumindest das Fahrverbot umzuwandeln.

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