VW-Abgasskandal: KBA ruft VW-Busse T5 und T6 zurück

Aufgrund des Dieselabgasskandals musste VW im Januar 2020 die VW-Busse T5 und T6 zurückrufen. Betroffen sind die Baujahre 2009 bis 2016. Es handelt sich um die 2.0 TDI- Versionen der Busse. VW verspricht Abhilfe durch Neuprogrammierung des Getriebe- sowie des Motorsteuergeräts. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gab an, dass es durch „Konformitätsabweichungen“ zur Überschreitung des Euro 5-Grenzwertes für Stickoxide käme. Das KBA überwacht den Rückruf. Hersteller-Code der Aktion ist 37L8. Weltweilt betrifft der Rückruf etwa 29.400 Fahrzeuge, in Deutschland rund 8700.

VW-Busse mit Skandalmotor ausgerüstet

Die Dieselvarianten der VW-Busse T5 und T6 wurden beide mit Motoren vom Typ VW EA 189 ausgestattet. Bei diesem Motortyp wurden die Abgasmanipulationen von Volkswagen 2015 zuerst entdeckt. In diesem Motor verbaute der Wolfsburger Autohersteller eine Abschalteinrichtung, die die Abgasreinigung ausschaltet, wenn sich das Fahrzeug im normalen Fahrbetrieb auf der Straße befindet. In Folge kam es zu einem über den gesetzlichen Grenzwerten liegenden Stickoxidausstoß. Die Zykluserkennung der Abschalteinrichtung war in der Lage, festzustellen, ob das Fahrzeug im normalen Straßenbetrieb oder auf dem Prüfstand fuhr. Erkannte die Abschalteinrichtung, dass das Fahrzeug sich auf dem Prüfstand befand, blieb die Abgasreinigung eingeschaltet. Auf diese Weise war es VW möglich, die gemessenen Stickoxidwerte seiner Fahrzeuge zu manipulieren – so auch in den VW-Bussen T5 und T6.

Auch Nachfolgemodell des Motors betroffen

Ab 2015 verbaute Volkswagen das Nachfolgemodell des EA 189 im VW-Bus T6, den Dieselmotor VW EA 288. In diesem Motor brachte VW ebenfalls eine illegale Abschalteinrichtung unter. Diese verfügt neben der Zykluserkennung auch über sogenannte Thermofenster, die die Abgasreinigung des Fahrzeugs ausschalten, wenn niedrige Außentemperaturen herrschen. Auf diese Weise soll der Schutz des Motors gewährleistet werden. Diese Praxis ist jedoch illegal – so urteilten auch die Richter des Landgerichts Duisburg. Nur auf diese Weise sei es möglich gewesen, die Abgasnorm Euro 6 einzuhalten. Die Duisburger Richter sahen darin eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung zu Lasten der VW-Kunden und verurteilten den Konzern zu Schadensersatz.

Softwareupdate birgt Risiken

Um die Abschalteinrichtungen zu deaktivieren, hat VW begonnen Softwareupdates an den betroffenen Dieselmotoren – wie in den VW-Bussen T5 und T6 – durchzuführen. Laut ADAC-Bericht sind jedoch zeitnah nach dem Aufspielen der neuen Software Probleme beim Laufverhalten der Motoren sowie Bauteilschäden aufgetreten. Außerdem hat VW sich geweigert, seinen Kunden zu garantieren, dass es nach dem Update nicht zu Leistungseinbußen des Motors oder einem erhöhten Dieselverbrauch kommt. Betroffene Kunden, die einen VW T5 oder T6 fahren, sollten sich daher nicht mit dem Softwareupdate zufriedengeben, sondern prüfen lassen, welche Rechte ihnen gegenüber Volkswagen zustehen. So urteilte etwas das Landgericht Köln, dass eine Nachbesserung durch Softwareupdate unzumutbar sei.

Schadensersatz und Kaufpreiserstattung möglich

Betrogenen VW-Kunden kann zum einen Schadensersatz zustehen, zum anderen die Rückerstattung des Kaufpreises. Bisher geschah die Kaufpreiserstattung unter Anrechnung der Nutzungsentschädigung. Das bedeutet, Volkswagen durfte einen Teil der Kaufsumme dafür einbehalten, dass der Käufer das Fahrzeug gefahren hat. Nun hat das Landgericht Potsdam geurteilt, dass der volle Kaufpreis zurück zu erstatten sei. Eine hiergegen eingelegte Berufung hat VW wegen der geringen Erfolgsaussichten vor dem Oberlandesgericht Brandenburg zurückgezogen. Die Chancen, seine Ansprüche als VW T5- oder T6-Fahrer gegenüber VW geltend machen zu können, stehen also gut.

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Quellen:

Von Rüden, Johannes: VW muss fast 30.000 VW Busse vom Typ T5 und T6 zurückrufen, URL: https://www.wallstreet-online.de/nachricht/12126697-dieselmotoren-abgasskandals-betroffen-vw-30-000-vw-busse-typ-t5-t6-zurueckrufen/all, abgerufen am 18.02.2020.

KBA: Rückrufdatenbank, URL: https://www.kba-online.de/gpsg/auskunftServlet, abgerufen am 18.02.2020.

ADAC: Fahrzeuge der VW-Gruppe von Manipulationssoftware betroffen, URL: https://www.adac.de/verkehr/abgas-diesel-fahrverbote/abgasskandal-rechte/rechte-verbraucher/vw/, abgerufen am 18.02.2020. ha