Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit – Diese Konsequenzen drohen

Nach bestandener theoretischer und praktischer Fahrprüfung erhalten Fahranfänger ihren Führerschein und dürfen bestimmte Fahrzeuge bewegen. Allerdings befinden sie sich die ersten zwei Jahre nach Erhalt der Fahrerlaubnis in der Probezeit. Anfang 2019 nutzten gut 1,5 Millionen Fahranfänger einen PKW-Führerschein auf Probe und standen damit unter strengerer Beobachtung.¹  Denn: Regelmissachtungen im Straßenverkehr werden bei Fahranfängern nach § 2a Straßenverkehrsgesetz (StVG) härter bestraft als bei erfahreneren Fahrern.² Dies trifft auch auf Geschwindigkeitsüberschreitungen zu, die der Fahranfänger während der Probezeit innerorts oder außerorts begeht.

Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit als A-Verstoß

Fährt ein Fahranfänger in der Probezeit mit einem PKW 21 km/h oder mehr zu schnell und wird dabei geblitzt, gilt dieses Vergehen als A-Verstoß. A-Verstöße sind schwerwiegende Zuwiderhandlungen im Straßenverkehr. Frische Führerscheinbesitzer, die einen LKW fahren, begehen bereits bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 15 km/h oder mehr einen A-Verstoß.

Wer in der Probezeit zu schnell fährt, riskiert Geldbußen, Punkte, Fahrverbote und eine Verlängerung der Probezeit.

Bei Tempoüberschreitungen von unter 21 km/h mit einem PKW während der zweijährigen Probezeit ist lediglich ein Bußgeld fällig. Diese geringeren Geschwindigkeitsvergehen gelten nicht als schwerwiegender A-Verstoß, sondern als weniger schwerwiegende Ordnungswidrigkeit.

Übrigens gelten diese Regelungen und die zweijährige Probezeit auch für Fahranfänger, die ihre Fahrerlaubnis bereits mit 17 Jahren – den sogenannten B17-Führerschein oder BF17 genannt – erhalten haben und bis zum 18. Geburtstag begleitet fahren. Fährt dieser Fahranfänger jedoch ohne eine der zuvor eingetragenen Begleitpersonen, drohen ein Bußgeld von 70 Euro und ein Punkt im Flensburger Fahreignungsregister. Darüber hinaus wird die Fahrerlaubnis der Klassen B und BE widerrufen. Die Fahrerlaubnis für die eingeschlossenen Klassen AM und L bleibt jedoch erhalten. Trotzdem verlängert sich die Probezeit auf vier Jahre und der Fahranfänger muss an einem Aufbauseminar teilnehmen, um seine vollständige Fahrerlaubnis erneut zu erhalten.

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Strafen für zu schnelles Fahren während der Probezeit

Zu schnelles Fahren in der Probezeit wird stärker sanktioniert, um den frischen Autofahrer für die Regeln und Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren. Zunächst fallen für den Fahrer auf Probe die Strafen an, die der Bußgeldkatalog bei Geschwindigkeitsüberschreitungen für alle Verkehrsteilnehmer vorsieht. Diese umfassen je nach Höhe der Tempoüberschreitung Bußgelder, Punkte in Flensburg oder Fahrverbote. Hinzu kommt die Teilnahme an einem kostenpflichtigen Aufbauseminar für Fahranfänger (ASF), auch als Nachschulung bekannt. Dieses Aufbauseminar muss innerhalb einer vorgegebenen Frist absolviert werden. Hält der Fahranfänger diese Frist nicht ein, wird die Fahrerlaubnis entzogen. Zusätzlich zu den Strafen, die der Bußgeldkatalog vorsieht, und der Teilnahme am Aufbauseminar verlängert sich bei A-Verstößen wie Geschwindigkeitsvergehen die Probezeit auf vier Jahre.

Ist ein Fahranfänger zum Beispiel innerorts 21 km/h zu schnell gefahren und wurde geblitzt, drohen ihm laut aktuellem Bußgeldkatalog folgende Konsequenzen³:

  • 80 Euro Geldbuße
  • ein Punkt in Flensburg
  • ein Monat Fahrverbot
  • Verlängerung der Probezeit um zwei auf vier Jahre, wenn er Ersttäter ist
  • verpflichtende Teilnahme an einem Aufbauseminar, wenn er Ersttäter ist

Wiederholungstäter in der Probezeit

Wird der Fahranfänger zum Wiederholungstäter und begeht innerhalb der Probezeit weitere Verstöße, drohen noch härtere Strafen. Zusätzlich zu den Maßnahmen aus dem Bußgeldkatalog erhält der Fahrer bei einem zweiten A-Verstoß eine schriftliche Verwarnung. Darüber hinaus wird eine verkehrspsychologische Beratung empfohlen, an der innerhalb der folgenden zwei Monate teilgenommen werden sollte. Allerdings ist die Teilnahme an dieser Beratung freiwillig und nicht verpflichtend. Ein weiteres Aufbauseminar muss nicht besucht werden.

Wird ein Fahrer in der Probezeit beispielsweise außerorts mit 26 km/h zu viel auf dem Tacho geblitzt und hat er bereits einen anderen A-Verstoß begangen, erwarten ihn folgende Sanktionen:

  • 80 Euro Geldbuße
  • ein Punkt in Flensburg
  • ein Monat Fahrverbot
  • schriftliche Verwarnung
  • Empfehlung einer verkehrspsychologischen Beratung

Erfolgt noch während der Probezeit ein dritter A-Verstoß – wie eine weitere Geschwindigkeitsüberschreitung –, wird dem Fahranfänger die Fahrerlaubnis entzogen. Ab dann gilt eine Sperrfrist von mindestens sechs Monaten. So lange darf dem Fahranfänger keine neue Fahrerlaubnis ausgestellt werden.

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Quellen:

¹ Kraftfahrt-Bundesamt (o.J.) Bestand an Fahrerlaubnissen auf Probe am 1. Januar 2019 nach Fahrerlaubnisklassen, in: https://www.kba.de/DE/Statistik/Kraftfahrer/Fahrerlaubnisse/FahrerlaubnisProbe/2019_fe_fap_dusl_feklassen.html?nn=668244, Aufgerufen am 12.12.2019.

² Gesetze im Internet (o.J.) Straßenverkehrsgesetz. Fahrerlaubnis auf Probe, in: https://www.gesetze-im-internet.de/stvg/__2a.html, Aufgerufen am 12.12.2019.

³ Bundesverkehrsministerium (2020) Die StVO-Novelle: Die neuen Bußgelder, in: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/bussgeldkatalog-stvo.html, Abgerufen am 15.05.2020.

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