Lassen sich Punkte, Bußgeld oder ein Fahrverbot verhindern?

Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts und außerorts im Bußgeldkatalog 2020

Geschwindigkeitsüberschreitung: Wer außerorts oder innerorts zu schnell fährt, muss mit Strafen aus dem Bußgeldkatalog wegen zu hoher Geschwindigkeit rechnen.

Geschwindigkeitsüberschreitungen im Straßenverkehr finden häufig statt – sowohl innerorts als auch außerhalb geschlossener Ortschaften. Die Gründe für zu schnelles Fahren können ganz unterschiedlich sein: Zeitdruck, Unachtsamkeit oder illegale Autorennen. Wird die überhöhte Geschwindigkeit eines Fahrzeugs gemessen, drohen Bußgelder aus dem aktuellen Bußgeldkatalog, die Eintragung von Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg oder ein vorübergehendes Fahrverbot.¹ Positiv auf die Konsequenzen kann sich der Toleranzabzug auswirken, der in jedem Bußgeldbescheid vorgenommen wird.

Welche Geschwindigkeit ist innerorts erlaubt?

Grundsätzlich gilt gemäß § 3 Abs. 3 Nr. 1 StVO innerhalb geschlossener Ortschaften eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h für alle Kraftfahrzeuge.² Eine Abweichung dieser Regel stellen 30er Zonen oder verkehrsberuhigte Bereiche dar, wie sie in Wohngebieten üblich sind. Hier sind geringere Geschwindigkeiten – bis zu Schrittgeschwindigkeit – vorgeschrieben.

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Welche Strafe aus dem Bußgeldkatalog droht bei Überschreitung der Geschwindigkeit?

Je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb geschlossener Ortschaften sind unterschiedliche Sanktionen im Bußgeldkatalog festgelegt. Da das Gefahrenpotenzial innerorts größer ist als außerhalb geschlossener Ortschaften, sind die Bußgelder bei Geschwindigkeitsübertretungen in Ortschaften höher als außerorts. Wiederholungstäter werden in der Regel mit härteren Sanktionen konfrontiert und auch gegen Fahrer in der Probezeit können strengere Maßnahmen eingeleitet werden. Hier lohnt es sich, einen Anwalt prüfen zu lassen, ob sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid lohnt. Diese neuen Bußgelder für innerörtliche Geschwindigkeitsverstöße gelten seit dem 28. April 2020

Verstoß Strafe Punkte Fahrverbot Einspruch?
… bis 10 km/h30 €wohl nicht
… 11 – 15 km/h50 €wohl nicht
… 16 – 20 km/h 70 €wohl nicht
… 21 – 25 km/h 80 €11 Monathier prüfen
… 26 – 30 km/h 100 €11 Monathier prüfen
… 31 – 40 km/h 160 €21 Monathier prüfen
… 41 – 50 km/h 200 €21 Monathier prüfen
… 51 – 60 km/h 280 €22 Monatehier prüfen
… 61 – 70 km/h 480 €23 Monatehier prüfen
…über 70 km/h680 €23 Monatehier prüfen
Verstoß Strafe Einspruch?
… bis 10 km/h30 €wohl nicht
… 11 – 15 km/h50 €wohl nicht
… 16 – 20 km/h 70 €wohl nicht
… 21 – 25 km/h 80 €hier prüfen
… 26 – 30 km/h 100 €hier prüfen
… 31 – 40 km/h 160 €hier prüfen
… 41 – 50 km/h 200 €hier prüfen
… 51 – 60 km/h 280 €hier prüfen
… 61 – 70 km/h 480 €hier prüfen
…über 70 km/h680 €hier prüfen

Welche Geschwindigkeit ist außerorts erlaubt?

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften – wie auf Kraftfahrstraßen und Landstraßen – bestimmt § 3 Abs. 3 Nr. 2 StVO. Für Pkw sowie andere Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 t gilt eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Für alle weiteren Kraftfahrzeuge gelten andere Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Die maximal erlaubte Geschwindigkeit laut Bußgeldkatalog beträgt für folgende Fahrzeuge 80 km/h:

  • Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t bis 7,5 t, ausgenommen PKW
  • PKW mit Anhänger
  • Lkw und Wohnmobile jeweils bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t mit Anhänger
  • Kraftomnibusse (auch mit Gepäckanhänger)

Für folgende Fahrzeuge ist hingegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h vorgesehen:

  • Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 7,5 t
  • Kraftfahrzeuge mit Anhänger, ausgenommen Pkw, Lkw und Wohnmobile bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t
  • Kraftomnibusse mit Fahrgästen, für die keine Sitzplätze mehr zur Verfügung stehen

Diese allgemeinen Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten jedoch selten auf Autobahnen. Hier gilt eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, die eine empfohlene maximale Geschwindigkeit darstellt. Diese Richtgeschwindigkeit kann durch Schilder eingeschränkt werden, die eine andere maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit ausweisen. Eine Mindestgeschwindigkeit gibt es auf Autobahnen nicht.

Bußgeld, Punkte und Fahrverbot für Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts

Auch für festgestellte Geschwindigkeitsübertretungen außerorts werden Maßnahmen gegen den Fahrzeugführer aus dem Bußgeldkatalog eingeleitet – abhängig von der Höhe der Überschreitung der Geschwindigkeit. Sie reichen in Deutschland von einer Geldbuße von 20 Euro bis zu einem vorübergehenden Fahrverbot von drei Monaten, zwei Punkten in Flensburg und 600 Euro Bußgeld bei Tempoüberschreitungen von über 70 km/h.

VerstoßStrafePunkteFahrverbotEinspruch?
… bis 10 Km/h20 €wohl nicht
… 11 – 15 Km/h40 €wohl nicht
… 16 – 20 Km/h60 €wohl nicht
… 21 – 25 Km/h70 €1hier prüfen
… 26 – 30 Km/h80 €11 Monathier prüfen
… 31 – 40 Km/h120 €11 Monathier prüfen
… 41 – 50 Km/h160 €
21 Monathier prüfen
… 51 – 60 Km/h240 €21 Monathier prüfen
… 61 – 70 Km/h440 €22 Monatehier prüfen
…über 70 Km/h600 €23 Monatehier prüfen
VerstoßStrafeEinspruch?
… bis 10 Km/h20 €wohl nicht
… 11 – 15 Km/h40 €wohl nicht
… 16 – 20 Km/h60 €wohl nicht
… 21 – 25 Km/h70 €hier prüfen
… 26 – 30 Km/h80 €hier prüfen
… 31 – 40 Km/h120 €hier prüfen
… 41 – 50 Km/h160 €
hier prüfen
… 51 – 60 Km/h240 €hier prüfen
… 61 – 70 Km/h440 €hier prüfen
…über 70 Km/h600 €hier prüfen

Achtung: Die Nutzung von Radarwarngeräten, die rechtzeitig auf Blitzer aufmerksam machen, ist in Deutschland verboten. Wer erwischt wird, muss 75 Euro zahlen und bekommt einen Punkt.

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Geschwindigkeit bei besonderen Straßen-, und Wetterverhältnissen

Laut § 3 Abs. 1 StVO darf nur so schnell gefahren werden, dass der Fahrer das Fahrzeug zu jeder Zeit beherrschen kann. Die Geschwindigkeit ist dabei den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.

Nebel, Schneefall, Regen

Sofern die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 Meter beträgt, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden – wenn nicht sogar eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Die Geschwindigkeit muss stets so angepasst werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke angehalten werden kann. Eine Ausnahme gilt auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten. Dort muss so langsam gefahren werden, dass mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke angehalten werden kann.

Wann ist die Geschwindigkeit noch zu senken?

Auch Gefahrenstellen, Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergänge erfordern eine Reduzierung der Geschwindigkeit. Wer seine Geschwindigkeit in unübersichtlichen Situationen nicht anpasst, muss mit einem Punkt in Flensburg sowie einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro rechnen.

VerstoßStrafePunkteFahrverbot
Geschwindigkeit trotz Bahnübergang, besonderen Verhältnissen auf Straßen oder schlechten Sichtverhältnissen nicht angepasst.100 €1
… mit Gefährdung.120 €1
… mit Sachbeschädigung.145 €1
Kinder, Hilfsbedürftige und Ältere gefährdet durch zu hohes Tempo, mangelnde Bremsbereitschaft oder ungenügenden Seitenabstand.80 €1
Ohne triftigen Grund so langsam gefahren, dass der reibungslose Verkehrsfluss beindert wurde.20 €
VerstoßStrafePunkte
Geschwindigkeit trotz Bahnübergang, besonderen Verhältnissen auf Straßen oder schlechten Sichtverhältnissen nicht angepasst.100 €1
… mit Gefährdung.120 €1
… mit Sachbeschädigung.145 €1
Kinder, Hilfsbedürftige und Ältere gefährdet durch zu hohes Tempo, mangelnde Bremsbereitschaft oder ungenügenden Seitenabstand.80 €1
Ohne triftigen Grund so langsam gefahren, dass der reibungslose Verkehrsfluss beindert wurde.20 €

Zu schnell gefahren: Wann droht ein Fahrverbot?

Innerhalb geschlossener Ortschaften kommt es nach dem neuen Bußgeldkatalog 2020 zu einem Fahrverbot, wenn die erlaubte Geschwindigkeit um 21 km/h oder mehr überschritten wurde. Außerorts wird das Fahrverbot neben einer variierenden Geldbuße und mindestens einem Punkt in Flensburg stets ausgesprochen, sobald der Führer des Kraftfahrzeugs 26 km/h oder mehr zu schnell fährt.

Wann tritt das Fahrverbot wegen einer Geschwindigkeitsübertretung in Kraft?

Bei Kfz-Fahrern, die in den letzten zwei Jahren bereits ein Fahrverbot auferlegt bekommen haben, wird das Fahrverbot gemeinsam mit dem Bußgeldbescheid rechtskräftig. Der betroffene Kfz-Fahrer muss seinen Führerschein für die Dauer des Verbots bei der zuständigen Behörde abgeben. Mit der Abgabe beginnt die Verbotsfrist, Fahrzeuge im Straßenverkehr zu führen. Sofern der Kfz-Fahrer innerhalb der letzten zwei Jahre kein Fahrverbot erhalten hat, kann er den Zeitpunkt des Beginns des Fahrverbotes wegen einer Geschwindigkeitsübertretung innerorts oder außerorts in einem Zeitraum von vier Monaten frei wählen.

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Quellen:

¹ Gesetze im Internet (o.J.) Verordnung über die Erteilung einer Verwarnung, Regelsätze für Geldbußen und die Anordnung eines Fahrverbotes wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr, in: https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/anhang.html, Aufgerufen am 16.12.2019.

² Gesetze im Internet (o.J.) Straßenverkehrs-Ordnung. Geschwindigkeit, in: https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__3.html, Aufgerufen am 16.12.2019.

³ Bundesverkehrsministerium (2020) Die StVO-Novelle: Die neuen Bußgelder, in: https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/bussgeldkatalog-stvo.html, Abgerufen am 07.05.2020.