Geschwindigkeitsüberschreitung in und außerhalb der Ortschaft

Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts

Geschwindigkeitsüberschreitungen im Straßenverkehr finden häufig statt – sowohl innerorts als auch außerhalb geschlossener Ortschaften. Die Gründe für zu schnelles Fahren können ganz unterschiedlich sein: Zeitdruck, Unachtsamkeit oder illegale Autorennen. Wird die überhöhte Geschwindigkeit eines Fahrzeugs gemessen, drohen Bußgelder, die Eintragung von Punkten im Fahreignungsregister in Flensburg oder ein vorübergehendes Fahrverbot.¹ Positiv auf die Konsequenzen kann sich der Toleranzabzug auswirken, der in jedem Bußgeldbescheid vorgenommen wird.

Welche Geschwindigkeit ist innerorts erlaubt?

Grundsätzlich gilt gemäß § 3 Abs. 3 Nr. 1 StVO innerhalb geschlossener Ortschaften eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h für alle Kraftfahrzeuge.² Eine Abweichung dieser Regel stellen 30er Zonen oder verkehrsberuhigte Bereiche dar, wie sie in Wohngebieten üblich sind.

Übersicht: XX km/h zu schnell – Strafe, Punkte und Fahrverbot für PKW innerorts

Je nach Höhe der Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb geschlossener Ortschaften sind unterschiedliche Sanktionen festgelegt. Da das Gefahrenpotenzial innerorts größer ist als außerhalb geschlossener Ortschaften, sind die Bußgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitungen in Ortschaften höher als außerorts. Wiederholungstäter werden in der Regel mit härteren Sanktionen konfrontiert und auch gegen Fahrer in der Probezeit können strengere Maßnahmen eingeleitet werden.

Verstoß Strafe Punkte Fahrverbot Einspruch?
… bis 10 km/h15 €wohl nicht
… 11 – 15 km/h25 €wohl nicht
… 16 – 20 km/h 35 €wohl nicht
… 21 – 25 km/h 80 €1hier prüfen
… 26 – 30 km/h 100 €1(1 Monat)*hier prüfen
… 31 – 40 km/h 160 €21 Monathier prüfen
… 41 – 50 km/h 200 €21 Monathier prüfen
… 51 – 60 km/h 280 €22 Monatehier prüfen
… 61 – 70 km/h 480 €23 Monatehier prüfen
…über 70 km/h680 €23 Monatehier prüfen
Verstoß Strafe Einspruch?
… bis 10 km/h15 €wohl nicht
… 11 – 15 km/h25 €wohl nicht
… 16 – 20 km/h 35 €wohl nicht
… 21 – 25 km/h 80 €hier prüfen
… 26 – 30 km/h 100 €hier prüfen
… 31 – 40 km/h 160 €hier prüfen
… 41 – 50 km/h 200 €hier prüfen
… 51 – 60 km/h 280 €hier prüfen
… 61 – 70 km/h 480 €hier prüfen
…über 70 km/h680 €hier prüfen

* Ein Fahrverbot kommt in Betracht, wenn innerhalb eines Jahres gegen den Führer eines Kraftfahrzeugs wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h bereits eine Geldbuße rechtskräftig festgesetzt wurde.

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Welche Geschwindigkeit ist außerorts erlaubt?

Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften – wie auf Autobahnen oder Landstraßen – bestimmt § 3 Abs. 3 Nr. 2 StVO. Für PKW sowie andere Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 t gilt eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Für alle weiteren Kraftfahrzeuge gelten andere Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Die maximal erlaubte Geschwindigkeit beträgt für folgende Fahrzeuge 80 km/h:

  • Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 t bis 7,5 t, ausgenommen PKW,
  • PKW mit Anhänger,
  • LKW und Wohnmobile jeweils bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t mit Anhänger,
  • Kraftomnibusse (auch mit Gepäckanhänger)

Für folgende Fahrzeuge ist hingegen eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h vorgesehen:

Diese allgemeinen Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten jedoch nicht auf Autobahnen. Hier gilt eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, die eine empfohlene maximale Geschwindigkeit darstellt. Diese Richtgeschwindigkeit kann durch Schilder eingeschränkt werden, die eine andere maximal zulässige Höchstgeschwindigkeit ausweisen. Eine Mindestgeschwindigkeit gibt es auf Autobahnen nicht.

Übersicht: XX km/h zu schnell – Strafe, Punkte und Fahrverbot für PKW außerorts

Auch für festgestellte Geschwindigkeitsüberschreitungen außerorts werden Maßnahmen gegen den Fahrzeugführer eingeleitet – abhängig von der Höhe der Überschreitung. Sie reichen in Deutschland von einer Geldbuße von 10 Euro bis zu einem vorübergehenden Fahrverbot von drei Monaten, zwei Punkten in Flensburg und 600 Euro Bußgeld bei Tempoüberschreitungen von über 70 km/h.

VerstoßStrafePunkteFahrverbotEinspruch?
… bis 10 Km/h10 €wohl nicht
… 11 – 15 Km/h20 €wohl nicht
… 16 – 20 Km/h30 €wohl nicht
… 21 – 25 Km/h70 €1hier prüfen
… 26 – 30 Km/h80 €1(1 Monat)*hier prüfen
… 31 – 40 Km/h120 €2(1 Monat)*hier prüfen
… 41 – 50 Km/h160 €
21 Monathier prüfen
… 51 – 60 Km/h240 €21 Monathier prüfen
… 61 – 70 Km/h440 €22 Monatehier prüfen
…über 70 Km/h600 €23 Monatehier prüfen
VerstoßStrafeEinspruch?
… bis 10 Km/h10 €wohl nicht
… 11 – 15 Km/h20 €wohl nicht
… 16 – 20 Km/h30 €wohl nicht
… 21 – 25 Km/h70 €hier prüfen
… 26 – 30 Km/h80 €hier prüfen
… 31 – 40 Km/h120 €hier prüfen
… 41 – 50 Km/h160 €
hier prüfen
… 51 – 60 Km/h240 €hier prüfen
… 61 – 70 Km/h440 €hier prüfen
…über 70 Km/h600 €hier prüfen

* Ein Fahrverbot kommt in Betracht, wenn innerhalb eines Jahres gegen den Führer eines Kraftfahrzeugs wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von mindestens 26 km/h bereits eine Geldbuße rechtskräftig festgesetzt wurde.

Achtung: Die Nutzung von Radarwarngeräten, die rechtzeitig auf Blitzer aufmerksam machen, ist in Deutschland verboten.

Was ist bei Besonderen Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen zu beachten?

Laut § 3 Abs. 1 StVO darf nur so schnell gefahren werden, dass der Fahrer das Fahrzeug zu jeder Zeit beherrschen kann. Die Geschwindigkeit ist dabei den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.

Nebel, Schneefall, Regen

Geschwindigkeitsüberschreitung bei Nebel, Regen oder Schneefall

Sofern die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m beträgt, darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn nicht sogar eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Die Geschwindigkeit muss stets so angepasst werden, dass innerhalb der übersehbaren Strecke angehalten werden kann. Eine Ausnahme gilt auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten. Dort muss so langsam gefahren werden, dass mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke angehalten werden kann.

Erfolgt keine Geschwindigkeitsanpassung, droht außerhalb geschlossener Ortschaften ein Bußgeld zwischen 80 und 160 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Innerhalb geschlossener Ortschaften muss mit einem Bußgeld zwischen 140 und 160 Euro sowie zwei Punkten in Flensburg gerechnet werden. Zudem ist zu beachten, dass aufgrund der Witterungsverhältnisse gegebenenfalls Winterreifen oder Schneeketten genutzt werden müssen.

Gefahrenstelle, Straßenkreuzung, Straßeneinmündung, Bahnübergänge

Auch Gefahrenstellen, Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergänge erfordern eine Reduzierung der Geschwindigkeit. Wer seine Geschwindigkeit in unübersichtlichen Situationen nicht anpasst, muss mit einem Punkt in Flensburg sowie einem Bußgeld in Höhe von 100 Euro rechnen.

VerstoßStrafePunkteFahrverbot
Geschwindigkeit trotz Bahnübergang, besonderen Verhältnissen auf Straßen oder schlechten Sichtverhältnissen nicht angepasst.100 €1
… mit Gefährdung.120 €1
… mit Sachbeschädigung.145 €1
Kinder, Hilfsbedürftige und Ältere gefährdet durch zu hohes Tempo, mangelnde Bremsbereitschaft oder ungenügenden Seitenabstand.80 €1
Ohne triftigen Grund so langsam gefahren, dass der reibungslose Verkehrsfluss beindert wurde.20 €
VerstoßStrafePunkte
Geschwindigkeit trotz Bahnübergang, besonderen Verhältnissen auf Straßen oder schlechten Sichtverhältnissen nicht angepasst.100 €1
… mit Gefährdung.120 €1
… mit Sachbeschädigung.145 €1
Kinder, Hilfsbedürftige und Ältere gefährdet durch zu hohes Tempo, mangelnde Bremsbereitschaft oder ungenügenden Seitenabstand.80 €1
Ohne triftigen Grund so langsam gefahren, dass der reibungslose Verkehrsfluss beindert wurde.20 €

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Wann droht ein Fahrverbot?

Ein Fahrverbot kann verhängt werden, sobald der Kfz-Fahrer innerhalb eines Jahres zweimal die Höchstgeschwindigkeit um mehr als 26 km/h überschreitet – auch, wenn die einzelnen Verstöße selbst womöglich nicht zu einem Fahrverbot geführt hätten. Der Fahrer gilt dann als Wiederholungstäter.

Innerhalb geschlossener Ortschaften kommt es regulär immer zu einem Fahrverbot, wenn die erlaubte Geschwindigkeit um 31 km/h oder mehr überschritten wurde. Außerorts wird das Fahrverbot neben einer variierenden Geldbuße und mindestens zwei Punkten in Flensburg stets ausgesprochen, sobald der Führer des Kraftfahrzeugs 41 km/h oder mehr zu schnell fährt.

Wann tritt das Fahrverbot in Kraft?

Bei Kfz-Fahrern, die in den letzten zwei Jahren bereits ein Fahrverbot auferlegt bekommen haben, wird das Fahrverbot gemeinsam mit dem Bußgeldbescheid rechtskräftig. Der betroffene Kfz-Fahrer muss seinen Führerschein für die Dauer des Verbots bei der zuständigen Behörde abgeben. Mit der Abgabe beginnt die Verbotsfrist, Fahrzeuge im Straßenverkehr zu führen. Sofern der Kfz-Fahrer innerhalb der letzten zwei Jahre kein Fahrverbot erhalten hat, kann er den Zeitpunkt des Beginns des Fahrverbotes in einem Zeitraum von vier Monaten frei wählen.³

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Quellen:

¹ Gesetze im Internet (o.J.) Verordnung über die Erteilung einer Verwarnung, Regelsätze für Geldbußen und die Anordnung eines Fahrverbotes wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr, in: https://www.gesetze-im-internet.de/bkatv_2013/anhang.html, Aufgerufen am 16.12.2019.

² Gesetze im Internet (o.J.) Straßenverkehrs-Ordnung. Geschwindigkeit, in: https://www.gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__3.html, Aufgerufen am 16.12.2019.

³ anwalt.de (2019) Geblitzt – ab wie viel km/h drohen Fahrverbote und Punkte?, in: https://www.anwalt.de/rechtstipps/geblitzt-ab-wie-viel-kmh-drohen-fahrverbote-und-punkte_161621.html, Aufgerufen am 16.12.2019.

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