Rückruf betrifft auch bei Polizei beliebten Blitzer-Caddy

Das bei der deutschen Polizei, besonders als Blitzer-Fahrzeug, gern eingesetzte VW-Modell Caddy, ist im Rahmen des VW-Diesel-Abgasskandals, überwacht durch das Kraftfahrtbundesamt (KBA), zurückgerufen worden. Die erste Rückrufaktion, mit dem Herstellercode 23R7 unter der KBA-Referenznummer 6109, betraf in Deutschland gut 2.300 Fahrzeuge mit den Baujahren 2015 und 2016. VW hatte die Diesel-Version des Caddy III und IV in den Jahren 2010 – 2015 vorwiegend mit EA 189 Motoren ausgeliefert, die über eine illegale Abschalteinrichtung verfügten. Dadurch war es VW möglich, das Testergebnis von Diesel-Abgasprüfungen zu manipulieren. Es folgten weitere Rückrufaktionen aufgrund manipulierter Software, bis hinein ins Jahr 2017, die alle Modelle von 2010 bis 2017 und damit tausende Caddy-Fahrzeuge traf.

Auch Caddys mit Baujahr nach 2015 betroffen

Jedoch sind nicht nur solche Caddys mit Dieselmotoren betroffen, die bis 2015 hergestellt wurden, sondern auch jüngere Modelle. Grund ist, dass in die seit 2015 hergestellten und mit Diesel betriebenen Caddys, R-4-Dieselmotoren vom Typ VW EA 288 verbaut wurden. Hierbei handelt es sich um das Nachfolgemodell des als Skandalmotor bekannt gewordenen EA 189, bei dem die Manipulationen durch Abschalteinrichtungen zuerst entdeckt worden waren. Der EA 288 – Motor wurde auch in vielen weiteren Dieselfahrzeugen von VW und seinen Tochterkonzernen verbaut, unter anderem im VW Golf VII TDI. Dies hatte Volkswagen, laut SWR- Recherchen, bereits Ende 2018, im Rahmen einer Gerichtsverhandlung, vor dem Landgericht Duisburg zugegeben. Eine so genannte Zykluserkennung sorge dafür, dass die Fahrzeuge mit EA 288 – Motoren den Unterschied zwischen dem tatsächlichen Straßenverkehr und einem Test auf dem Prüfstand erkennen könnten. Die Abgasreinigung passe sich entsprechend an.

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„Vorsätzliche und sittenwidrige Schädigung“

Das LG Duisburg sah hierin eine vorsätzliche und sittenwidrige Schädigung des Fahrzeugkäufers und verurteilte VW zu Schadensersatz sowie zur Rücknahme des Fahrzeugs, da es die Voraussetzungen für einen Rücktritt vom Kaufvertrag als gegeben ansah. Dem SWR gegenüber gab der VW-Konzern an, dass bereits mehr als 650 Halter eines Fahrzeugs mit EA-288-Dieselmotor Klage eingereicht hätten. In den streitigen Verfahren geht es vor allem um Schadensersatz sowie die Rückabwicklung der Kaufverträge.

Rückrufaktion betraf auch tausende Streifenwagen

Die Rückrufaktionen betrafen, neben dem als Blitzer-Fahrzeug bei der Polizei bevorzugt eingesetzten Caddy, auch tausende Streifen- und Zivilfahrzeuge, sowie fast 100 Fahrzeuge der VW-Tochtermarken Audi, Seat und Skoda. Allein in zum Bestand des Fuhrparks der Polizei in Nordrhein-Westfalen zählten rund 2.100 Fahrzeuge mit illegaler Abschalteinrichtung.

VW entschädigt österreichischen Staat wohl in Millionenhöhe

Während Kunden in Deutschland hart für Ihre Rechte gegenüber dem VW- Konzern kämpfen und mit anwaltlicher Hilfe prozessieren müssen, hat VW sich demgegenüber mit dem österreichischen Staat schnell auf eine Entschädigungszahlung in Millionenhöhe geeinigt. Hierbei geht es um die Manipulationen an rund 2.100 Dieselfahrzeugen der österreichischen Polizei, unter anderem vom Modell Caddy.

Illegale Abschalteinrichtungen beschäftigen auch Europäischen Gerichtshof

Nun beschäftigt der Diesel-Abgasskandal auch den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Dieser soll nach Anrufung durch ein französisches Gericht nun feststellen, ob die Abschalteinrichtungen unzulässig waren und die Käufer durch VW diesbezüglich über eine verkehrswesentliche Eigenschaft des Fahrzeugs getäuscht wurden. Des Weiteren soll der EuGH nach Wunsch der französischen Richter feststellen, ob die Abschalteinrichtungen einen erhöhten Stickoxid-Ausstoß zur Folge haben. Ein weiterer Bestandteil dieser Vorlagefrage ist auch, unter welchen Bedingungen es zum Schutz des Dieselmotors erlaubt sei, die Abgasreinigung abzuschalten. VW argumentiert hierbei, dass dies im Rahmen bestimmter Temperaturbedingungen erforderlich sei. Die Entscheidung des EuGH wird im Mai erwartet. Mehrere Gerichte sahen in dieser Praxis bisher jedenfalls eine illegale Abschalteinrichtung.

Das Softwareupdate ist unzureichend

Fahrzeughalter eines VW Caddy sollten sich, wie alle anderen VW-Diesel-Fahrzeughalter, nicht mit einem Softwareupdate zufriedengeben. VW hat sich geweigert zum einen eine Garantie dafür zu übernehmen, dass durch das Update nicht der Verbrauch des Motors steigt, zum anderen eine Garantie dafür abzugeben, dass es nicht zu Leistungseinbußen der Fahrzeuge kommt. Dies alles kann jedoch zu einem massiven Wertverlust des Fahrzeugs führen. Betroffene sollten daher umgehend von kompetenten Anwälten Ihre Ansprüche gegen VW prüfen und diese dann auch durchsetzen lassen. Hierbei stehen Ihnen die erfahrenen Anwälte, der auf das Verbraucherrecht spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei VON RUEDEN, gerne zur Seite. Bisher vertreten wir über 12.000 Betroffene des VW-Abgasskandals. Für eine kostenlose Erstberatung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Oder kontaktieren Sie uns direkt unter: 030 – 200 590 770 oder schreiben Sie uns per E-Mail an info@rueden.de.

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