Zum Inhalt springen
VON RUEDEN Rechtsanwälte

Verkehrsrecht

Mobiler Blitzeranhänger: Nahezu unbemerkte Tempokontrolle aus schusssicherem Anhänger

Blitzeranhänger sind Laserblitzer mit einer Panzerhülle, die man schnell übersieht. Wurden Sie von einem Enforcement-Trailer geblitzt? Ein Einspruch ist möglich.

  • Kostenfreie Ersteinschätzung
  • Antwort innerhalb von 24 Stunden
  • Keine Kosten ohne Beauftragung

Seit wenigen Jahren wird eine relativ neue Form des Blitzers bei der Polizei eingesetzt: der Blitzeranhänger, ein Blitzer als Pkw-Anhänger getarnt. Bei Blitzeranhängern – auch Blitzanhänger, Anhänger-Blitzer, Panzerblitzer oder Enforcement Trailer genannt – handelt es sich um mobile Blitzgeräte, die flexibel an unterschiedlichen Orten platziert werden können.

Geblitzt worden?

Wir prüfen ob ein Einspruch in Ihrem Fall Sinn macht.

Jetzt kostenlos prüfen →

Einsatz auf Zeit

Man könnte auch sagen, Enforcement-Blitzer sind semistationär beziehungsweise semimobil, da für gewisse Zeit auch ein ortsgebundener Einsatz wie bei einem stationären Blitzer möglich ist.

Für die Behörden von großem Vorteil ist, dass der Blitzer in Gestalt eines Anhängers über mehrere Tage autonom die Geschwindigkeit im Straßenverkehr überwachen kann, ohne dass Messpersonal vor Ort sein muss.

An Gefahrenstellen mit Unfallrisiko

Außerdem ist er für den Einsatz an Standorten geeignet, von denen für Messbeamte eine zu große Gefährdung ausgehen würde. Häufig werden die Messgeräte daher an Orte mit erhöhtem Unfallrisiko platziert. Blitzeranhänger auf Autobahn- oder Brückenbaustellen, generell im Umfeld von Baustellen, in Tunnel, auf Landstraßen oder vor schwer einsehbaren Kurven sind typisch.

Aus der Ferne sehen Enforcement Trailer wie gewöhnliche Pkw-Anhänger aus, weshalb Kraftfahrzeugfahrer oft erst, wenn es blitzt, merken, dass sie soeben einen Blitzer passiert haben. Die Strafen, die der Bußgeldkatalog für Pkw-Fahrer bei Geschwindigkeitsübertretungen innerorts und außerorts vorsieht, können sehr hoch ausfallen: Möglich sind bis zu 680 Euro Geldbuße, ein oder zwei Punkte im Flensburger Fahreignungsregister sowie ein bis drei Monate Fahrverbot.

Geblitzt worden?

Wir prüfen ob ein Einspruch in Ihrem Fall Sinn macht.

Jetzt kostenlos prüfen →

Vitronic-Enforcement-Trailer: Blitzer auf Anhänger in Panzerhülle

In beide Fahrtrichtungen blitzender Blitzer-Anhänger

Da es in der Vergangenheit schon des Öfteren vorkam, dass Blitzer in der Öffentlichkeit beschädigt oder besprüht wurden, hat der Hersteller Vitronic Blitzeranhänger so konstruiert, dass sie bestmöglich gegen Vandalismus geschützt sind. Neben einer schusssicheren und gepanzerten Hülle ist der Enforcement Trailer mit GPS-Überwachung, einem Alarmsystem und einer internen Feuerlöschfunktion ausgestattet.

Selbst wenn es gelingen sollte, den Blitzanhänger aufzubrechen oder in Flammen aufgehen zu lassen, nachdem man geblitzt wurde, hätte das keine Auswirkungen auf den Bußgeldbescheid. Ein Modem überträgt nämlich per Mobilfunk direkt nach Auslösen des Blitzers sämtliche Tempoverstöße mitsamt Blitzerfoto und Messdaten verschlüsselt an die Behörden. Außerdem kann die Polizei Blitzeranhänger über Fernzugriff umprogrammieren oder mit neuen Daten bespielen.

In Deutschland sind verschiedene Blitzeranhänger-Modelle auf dem Markt. Am weitesten verbreitet sind die Anhänger beziehungsweise Enforcement Trailer der Firma Vitronic. In den Anhängern verbaut sind häufig die Blitzer PoliScan Speed von Vitronic und TraffiStar S350 von der Firma Jenoptik.

Blitzer mit Anhänger-Funktion: Wie arbeiten Enforcement Trailer?

Geöffneter Anhängerblitzer von Panzerhülle umgeben

Auch wenn die Polizei Blitzanhänger noch nicht so lange einsetzt, basieren diese auf eine altbekannte Messtechnik, nämlich der Lasertechnologie. Der Blitzer im Anhänger ist ein Laser-Blitzer. Dieser ist mehrzielfähig, er kann mit seinen Laserstrahlen bis zu vier Fahrbahnen gleichzeitig erfassen. Der Blitzer misst die Zeit, die ein Laserstrahl vom Aussenden bis zum Reflektieren an einem Fahrzeug benötigt. Daraus errechnet sich die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer.

Ein Anhänger-Blitzer ist nicht nur in der Lage, einfache Tempoverstöße zu registrieren, sondern auch von der Uhr- oder Tageszeit abhängige Verstöße. Die Polizei kann den Enforcement Trailer zudem so programmieren, dass er Durchfahrtsverbote protokollieren kann.

Der Blitzanhänger arbeitet mit Akkus, da es an den meisten Standorten, an denen er steht, keinen Strom gibt. Mithilfe der Akkus kann so ein Anhänger bis zu zehn Tage lang seine Arbeit verrichten. Beamte können aber auch ohne großen Zeitaufwand Akkus austauschen und die Laufzeit so verlängern.

Der Transport des Blitzeranhängers funktioniert im Übrigen über eine Anhängerkupplung – so wie bei klassischen Anhängern auch. Da die Räder des Anhängers über einen Eigenantrieb verfügen, können die Beamten das Gerät nach dem Transport mithilfe einer Fernsteuerung in Position bringen und auf den Verkehr ausrichten. Nachdem der Blitzanhänger platziert wurde, wird seine Karosserie per Knopfdruck abgesenkt. Auf diese Weise verschwinden die Räder des Anhängers unter der Panzerhülle und er ist vor Diebstahl geschützt.

Der mobile Blitzeranhänger besitzt sogar ein Kennzeichen, wie das für jedes Fahrzeug im Straßenverkehr Pflicht ist. Allerdings entfernen die Beamten meistens Nummernschild und Beleuchtung und legen diese ins Innere des Enforcement Trailers, bevor sie ihn abgestellt stehen lassen.

Übrigens: Die Polizei verfügt über eine Sondergenehmigung, die ermöglicht, dass sie Blitzeranhänger ohne sichtbares Kennzeichen parken darf. Die Sonderrechte in Paragraf 35 der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) erlauben dem Blitzer auch, im Park- oder Halteverbot zu stehen.

Sieht man den Blitz beim Blitzeranhänger?

Blitzer-Anhänger am Straßenrand

Der Blitzeranhänger-Blitz ist sichtbar. Im Anhänger verbaut ist ein laserbasierter Blitzer, der an ein Blitzgerät gekoppelt ist. Stellt die Messanlage eine Geschwindigkeitsüberschreitung fest, löst sie aus und blitzt rot. Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs hat der Laser-Blitzer allerdings schon vorher gemessen, etwa 20 bis 50 Meter vor Passieren des Anhängers.

Die Polizei hat zwar die Möglichkeit, statt des sichtbaren roten Blitzes einen nicht sichtbaren Infrarotblitz einzusetzen, doch sie erhofft sich durch die Sichtbarkeit des Blitzes einen Erziehungseffekt für Temposünder. Blitzeranhänger ohne Blitz beziehungsweise mit Infrarotblitz kommen im Tunnel zum Einsatz, um Ablenkungen und Unfälle durch sichtbare Blitze zu vermeiden.

Achtung: Nicht jeder Enforcement-Trailer-Blitzer ist in der Lage, nach hinten zu blitzen. Das heißt auch: Nicht jeder Blitzanhänger kann Motorräder erfassen, da diese lediglich am Heck über ein Kennzeichen verfügen. Es gibt aber auch Anhänger, die in beide Fahrtrichtungen messen und blitzen können.

Bußgeldbescheid wegen Blitzeranhänger anfechten: Sind beim Enforcement Trailer Messfehler überhaupt möglich?

Im Prinzip können bei jeder Geschwindigkeitsmessung Fehler auftreten. Nach Erhalten eines Bußgeldbescheids hat der Betroffene 14 Tage Zeit, schriftlich Einspruch einzulegen, wenn er zum Beispiel einen Messfehler vermutet. Geblitze sollten anwaltlich zunächst prüfen lassen, ob ein Einspruch Aussicht auf Erfolg verspricht. Die Akteneinsicht zur Prüfung der Messbeweise ist nur über einen Rechtsanwalt möglich.

Es gibt einige typische Fehler, die beim Einsatz der PoliScan-Speed-Enforcement-Trailer und anderer Blitzanhänger öfters vorkommen und einen Einspruch rechtfertigen:

  • Fehler beim Aufstellen des Blitzers im Zusammenhang mit der Beschilderung (Beispiele: Das Tempo, bei dem der Blitzer auslöst, und das Tempolimit des Standorts passen nicht zusammen oder der Blitzer steht zu nah am Temposchild – der Mindestabstand für die korrekte Messung liegt bei 20 Meter hinter dem Schild.)
  • Blitzanhänger auf unebenem Grund platziert (erhöhte Anfälligkeit für Messfehler)
  • witterungsbedingte Fehler (etwa bei Regen oder Schnee)
  • mehrere Autos auf einem Blitzerfoto
  • Blitzerfoto unscharf oder Fahrer nicht erkennbar
  • Blitzer nicht geeicht
  • Blitzer falsch programmiert
  • Messdaten unvollständig
  • Bedienfehler durch Messbeamte
Geblitzt worden?

Wir prüfen ob ein Einspruch in Ihrem Fall Sinn macht.

Jetzt kostenlos prüfen →

Kostenloser Bußgeld-Check

Lohnt sich ein Einspruch gegen Ihren Bußgeldbescheid?

Schritt 1 von 173 Min.
Vorwurf

Was wirft man Ihnen vor?*

Ort

Wo waren Sie unterwegs?*

Tempo

Wie viel km/h waren Sie zu schnell?*

Der Wert nach Toleranzabzug, wie er im Schreiben der Behörde steht.

Tempo

Wie schnell waren Sie unterwegs?*

Abstand

Welchen Abstand hatten Sie zum Fahrzeug vor Ihnen?*

Der halbe Tachowert ist der Sollabstand in Metern – bei 100 km/h also 50 m. 3/10 davon wären 15 m.

Rotphase

Wie lange stand die Ampel schon auf Rot?*

Ab einer Sekunde Rotzeit gilt der Verstoß als qualifiziert – mit Fahrverbot.

Schaden

Haben Sie etwas beschädigt?*

Gefährdung

Wurde eine außenstehende Person gefährdet?*

Schilderung
Fahrzeug

Womit waren Sie unterwegs?*

Probezeit

Befinden Sie sich noch in der Probezeit?*

In der Probezeit drohen zusätzlich Aufbauseminar und Verlängerung der Probezeit.

Vorbelastung

Wurden Sie in den letzten 12 Monaten schon einmal geblitzt?*

Bei wiederholten Verstößen kann ein Fahrverbot auch unterhalb der Regelgrenzen drohen.

Schreiben

Welches Schreiben hat Ihnen die Behörde zugeschickt?*

Upload

Schreiben hochladen

Für eine fundierte Einspruchsprüfung benötigen wir den Anhörungsbogen oder den Bußgeldbescheid – als PDF oder Foto, verschlüsselt übertragen. Die Prüfung ist kostenlos und unverbindlich.

Rechtsschutz

Sind Sie rechtsschutzversichert?*

Häufig sind Ehepartner und Kinder (bis zum 27. Lebensjahr) mitversichert.

Kontakt

Für Ihr kostenloses Prüfungsergebnis benötigen wir nur noch Ihre Kontaktdaten.

Ein Verkehrsrechtsanwalt sichtet Ihr Schreiben persönlich und meldet sich mit einer Einschätzung. Bei Rechtsschutz holen wir die Deckungszusage ein – es entstehen keine Kosten ohne Ihre Beauftragung.

Anrede

Ergebnis

Ohne Rechtsschutz können wir den Fall nicht kostenlos prüfen

Sie haben angegeben, dass Sie nicht rechtsschutzversichert sind. Ein anwaltlich geführtes Einspruchsverfahren kann mit erheblichen Kosten verbunden sein, die Sie ohne Rechtsschutzversicherung vollständig selbst tragen müssten. Daher können wir Ihren Fall leider nicht kostenlos für Sie prüfen.

Prüfen Sie bitte, ob Sie über Partner, Eltern oder den Arbeitgeber mitversichert sind – dann starten Sie den Check einfach erneut.

Ein Einspruch lohnt sich hier wirtschaftlich meist nicht

Das in Ihrem Fall zu erwartende Bußgeld liegt unter 80 €. In diesem Bereich steht der Aufwand eines anwaltlich geführten Einspruchsverfahrens in der Regel nicht im Verhältnis zum möglichen Nutzen – eine Einspruchsprüfung ist hier wirtschaftlich meist nicht sinnvoll.

Wir benötigen den Anhörungsbogen oder den Bußgeldbescheid

Für eine fundierte Einspruchsprüfung benötigen wir den Anhörungsbogen oder den Bußgeldbescheid. Ein Zeugenfragebogen reicht dafür nicht aus. Sobald Ihnen eines dieser Dokumente vorliegt, laden Sie es hier hoch – dann prüfen wir Ihren Fall kostenlos.

Schreiben schon da? Gehen Sie zurück zum Schritt „Upload“ und fügen Sie es an.

✓ Voraussichtliche Strafe sofort✓ Kostenlos & unverbindlich✓ Persönlich geprüft von Verkehrsrechtsanwälten
Bekannt aus
ARDZDFFOCUSCNNSPIEGEL ONLINEHandelsblattWirtschaftsWocheTagesspiegelBloomberg