A-Verstoß und B-Verstoß in der Probezeit

Fahrerlaubnis auf Probe

Fahranfängern wird die Fahrerlaubnis in den ersten zwei Jahren lediglich auf Probe erteilt, § 2a StVG. Mögliche Verstöße im Straßenverkehr während dieser Zeit werden in zwei Kategorien unterteilt, schwerwiegende Zuwiderhandlungen (A-Verstöße) und weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen (B-Verstöße), Anlage 12 der FeV.

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A-Verstöße während der Probezeit

Die gängigsten A-Verstöße sind nachfolgend aufgelistet:

  • Missachtung des Rechtsfahrgebots
  • Überfahren einer roten Ampel
  • Nichteinhaltung des vorgeschriebenen Abstands zum Vorausfahrenden
  • Falsches Überholen
  • Missachten der Vorfahrtsregeln
  • Falsches Abbiegen, Wenden oder Rückwärtsfahren
  • Missachtung der Pflicht des Fahrzeugführers, bei stockendem Verkehr auf einer Autobahn oder Außerortsstraße in Bezug auf das Bilden einer vorschriftsmäßigen Gasse
  • Verstoß gegen die Null-Promille-Grenze
  • Überqueren des Bahnübergangs bei geschlossenen Schranken
  • Falsches Überholen von stehenden Omnibussen des Linienverkehrs, von Straßenbahnen oder Schulbussen
  • Heranfahren an einen Fußgängerüberweg mit nicht angepasster Geschwindigkeit
  • Fahren ohne Begleitung mit dem Führerschein ab 17 Jahren.

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Neben diesen gängigen ordnungsrechtlichen Verstößen werden beispielsweise auch strafrechtliche Verstöße, die einen verkehrsrechtlichen Bezug haben, als A-Verstöße bezeichnet. Vor allem sei an dieser Stelle die Trunkenheit im Verkehr nach § 316 StGB oder die Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315c StGB genannt.

Handyverstoß als A-Verstoß?

Wer als Fahranfänger ein Handy am Steuer nutzt oder in den Händen hält, begeht einen A-Verstoß, Anlage 12 zur FeV. Wer dies vermeiden möchte, sollte am Steuer nur mittels einer Freisprechanlage telefonieren und bei Nutzung des Handys als Navigationsgerät, dies in einer dafür vorgesehene Halterung stecken.

Geschwindigkeitsverstoß als A-Verstoß?

Wer als Fahranfänger die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 21 km/h oder mehr mit einem Pkw überschreitet, begeht einen A-Verstoß.

Bei einem Lkw liegt ein A-Verstoß bei einer Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um 15 km/h vor.

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Wie wirken sich A-Verstöße auf die Probezeit aus?

Wer als Fahranfänger einen A-Verstoß begeht, hat nicht nur mit den für alle Verkehrsteilnehmer geltenden jeweiligen Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog zu rechnen, sondern auch mit zusätzliche Sanktionen.

Bei dem ersten A-Verstoß wird dem Fahranfänger die Teilnahme an einem Aufbauseminar innerhalb einer bestimmten Frist auferlegt und zusätzlich die Probezeit um zwei Jahre verlängert.

Begeht der Fahranfänger einen zweiten A-Verstoß, erhält er eine schriftliche Verwarnung. Zusätzlich wird dem Fahranfänger nahe gelegt, innerhalb der nächsten zwei Monate an einer verkerhspsychologischen Beratung teilzunehmen.

Nach einem dritten A-Verstoß innerhalb der Probezeit wird dem Fahranfänger die Fahrerlaubnis wieder entzogen.

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B-Verstöße während der Probezeit

Viele B-Verstöße beziehen sich auf den ruhenden Verkehr, jedoch nicht alle. Zu den geläufigen B-Verstößen zählen unter anderem:

  • Überziehung der Hauptuntersuchung um mehr als acht Monate
  • Mitnahme von Kindern im Auto unter Missachtung der vorgeschriebenen Mitnahmebestimmungen
  • Mitnahme von Ladung unter Missachtung der Ladungsvorschriften
  • Unterschreitung der Mindestprofiltiefe von 1,6 mm bei den Reifen
  • Parken auf der Autobahn
  • Behinderung von Feuerwehr, Notarzt oder Polizei
  • Falsches oder unterlassenes Absichern eines liegengebliebenen Fahrzeugs

Wie wirken sich B-Verstöße auf die Probezeit aus?

Wer als Fahranfänger in der Probezeit einen B-Verstoß begeht, hat zunächst mit den üblichen Sanktionen Bußgeld, Punkten im Fahreignungsregister und Fahrverbot aus dem für alle Verkehrsteilnehmer geltenden Bußgeldkatalog zu rechnen.

Bei lediglich einem B-Verstoß hat der Betroffene bis auf die allgemeinen Sanktionen mit keiner weiteren Sanktion zu rechnen.

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Erst ab zwei B-Verstößen sieht das Gesetz in § 2a StVG besondere Sanktionierungen des Fahranfängers vor. In diesem Fall verlängert sich die Probezeit von zwei auf vier Jahre. Außerdem wird dem Fahranfänger die Teilnahme an einem Aufbauseminar auferlegt. Kommt der Fahranfänger dem nicht in der vorgeschriebenen Frist nach, wird ihm die Fahrerlaubnis entzogen.

Bei weiteren zwei B-Verstößen erhält der Fahranfänger eine schriftliche Verwarnung mit einer Empfehlung, sich einer verkehrspsychologische Beratung zu unterziehen. Schließlich wird demjenigen die Fahrerlaubnis entzogen, der nach diesen Maßnahmen immer noch nicht zur Einhaltung der Verkehrsregeln bereit ist und zwei weitere B-Verstöße begeht.