Dieselskandal: Audi-Rückrufe wegen Betrugssoftware

Immer wieder wird bekannt, dass weitere Modelle des Ingolstädter Autobauers Audi vom Abgasskandal betroffen sind und zurückgerufen werden müssen. Zunächst waren ältere Modelle aus den Baujahren 2009 bis 2013 in den Audi-Dieselskandal verwickelt. Die erste verpflichtende Audi-Rückrufaktion galt unter anderem für die Modelle A4, A5, A8, Q5 und Q7. Dieser Rückruf von Audi betraf weltweit 127.000 Fahrzeuge mit Dieselmotoren, wovon allein 77.600 Autos in Deutschland zugelassen waren.

Audi empfahl den Haltern daraufhin, die zurückgerufenen Fahrzeuge, die die gesetzlich vorgegebenen Stickoxidgrenzwerte nicht einhalten konnten, gegen neuere Modelle mit der Abgasnorm Euro 6 einzutauschen. Diese sollten sauberer und daher nicht von Rückrufen betroffen sein. Doch es kam anders: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnete auch Rückrufe für neuere Audi-Modelle wie den A6 und A7 wegen unzulässiger Abschalteinrichtungen zur Abgasmanipulation an. Damit stellen selbst die jüngeren Audi-Modelle keine Alternative für betroffene Dieselfahrer mehr dar. Mittlerweile sind auch der SUV Audi Q3 und der Sportwagen Audi TT mit dem Motortyp EA189 von den Rückrufen betroffen.

Update 12.11.2018: Ab heute startet Audi im Rahmen des Abgasskandals den ersten von insgesamt acht Rückrufen. Im Ersten Durchlauf müssen 31.200 Dieselfahrzeuge zurück in die Werkstätten.

Update 28.11.2019: Nun sind auch die Modelle A4, A6 und A8 mit der Abgasnorm Euro 4 vom Dieselskandal betroffen. Fahrzeuge aus den Baujahren 2003 bis 2009 werden zurückgerufen.

Welche Dieselfahrzeuge sind vom Audi Rückruf betroffen?

  • Modelle mit EA189-Motor
  • Rückruf Audi A1 (2010-2014)
  • Rückruf Audi A3 (2007-2015)
  • Rückruf Audi A4 (2007-2018)
  • Rückruf Audi A5 (2007-2018)
  • Rückruf Audi A6 (2010-2018)
  • Rückruf Audi Q3 (2007-2018)
  • Rückruf Audi Q5 (2010-2018)
  • Rückruf Audi TT (2008-2013)
  • Modelle mit V6- und V8-Motor
  • Rückruf Audi A4 (2007-2018)
  • Rückruf Audi A5 (2007-2018)
  • Rückruf Audi A6 (2010-2018)
  • Rückruf Audi A7 (2010-2018)
  • Rückruf Audi A8 (2010-2018)
  • Rückruf Audi Q3 (2007-2018)

Hintergründe zum Rückruf: Audis Abschalteinrichtungen

In den von den Rückrufen betroffenen Audi-Modellen ist eine unzulässige Abschalteinrichtung verbaut, die die Abgasreinigung während der Fahrt im Straßenverkehr unterdrückt. Während des Normalbetriebs können diese Fahrzeuge die gesetzlichen Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stickoxide (NOx) nicht einhalten. Nur auf dem Prüfstand – beispielsweise des KBA – aktiviert eine Software die Abgasreinigung in vollem Umfang. Dadurch werden die Grenzwerte in Prüfsituationen eingehalten. So konnten Audi-Modelle eine Zulassung erhalten, die ihnen eigentlich nicht zusteht. Von einer Umweltfreundlichkeit der fraglichen Diesel-Modelle kann keine Rede mehr sein. Mit der reduzierten Abgasreinigung im Straßenverkehr tragen die betroffenen Dieselfahrzeuge von Audi zur Luftverschmutzung bei. Besonders in Städten mit hoher Feinstaubbelastung drohen daher Fahrverbote, um die Stickoxidbelastung in der Luft zu minimieren.

Audi gelobt Behebung der manipulierten Software

Im Zuge der Rückrufe setzt Audi eine neue Software in der Motorsteuerung ein. Die Abgasreinigung bei Fahrzeugen, die in den Audi-Werkstätten ein entsprechendes Softwareupdate erhalten haben, soll dann laut Hersteller in vollem Umfang funktionieren – auch im realen Straßenverkehr. Unbekannt sind jedoch die Nebenwirkungen, die mit dem Audi-Update einhergehen können. Einige Dieselfahrer berichten von einer reduzierten Motorleistung, einem erhöhten Kraftstoffverbrauch und Motorschäden. Viele Verbraucher stehen nun vor der Frage, was sie mit ihrem vom Rückruf betroffenen Audi tun sollen.

Was tun bei Audi-Rückruf?

Dieselbesitzern, die vom Audi-Abgasskandal betroffen sind, raten wir zu einer Klage gegen den Hersteller. Zahlreiche Gerichte in Deutschland haben bereits im Sinne der Verbraucher entschieden. Die Hersteller wurden in der Regel dazu verklagt, den Kaufpreis zu erstatten und das betroffene Fahrzeug zurückzunehmen. Auch Schadensersatzansprüche können geltend gemacht werden. Die Tendenz zu verbraucherfreundlichen Urteilen ist steigend.

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