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VON RUEDEN Rechtsanwälte

E-Mobilität · Batterie-Rückruf · Brandgefahr

E-Auto: Brandgefahr, Batterie-Rückruf und Ihre Rechte

Nur noch bis 80 Prozent laden, nur noch im Freien parken, monatelang auf eine neue Batterie warten: Bei vielen Elektroautos und Plug-in-Hybriden ist die Hochvoltbatterie zum Sicherheitsrisiko geworden. Ein Rückruf beseitigt aber nicht automatisch Ihre Nachteile. Wir prüfen, ob Sie das Fahrzeug zurückgeben, den Kaufpreis mindern oder Schadensersatz verlangen können.

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Was Sie jetzt tun sollten

Fünf Schritte nach dem Rückrufschreiben

01Sicherheitsvorgaben einhaltenLaden und parken Sie so, wie es der Hersteller vorgibt. Das schützt Sie – und Ihre Ansprüche.
02Betroffenheit klärenRückrufschreiben, Aktionscode und FIN mit der Vertragswerkstatt abgleichen.
03Unterlagen sichernKauf-, Leasing- oder Finanzierungsvertrag, Rückrufschreiben, Werkstattaufträge und Rechnungen aufbewahren.
04Einschränkungen dokumentierenFehlermeldungen, Ladeabbrüche, Wartezeiten, Zusatzkosten für Stellplatz oder Mietwagen und Veränderungen bei Reichweite und Ladeleistung festhalten.
05Fristen prüfen lassenEin Werkstatttermin in ferner Zukunft hält die Verjährung nicht auf. Lassen Sie rechtzeitig prüfen, bis wann Sie handeln müssen.
Wir übernehmen die PrüfungKostenlos und unverbindlich – inklusive Anfrage bei Ihrer Rechtsschutzversicherung. →

In Zahlen

Batterie-Rückrufe sind kein Einzelfall

Vier der größten Rückrufe des ersten Quartals 2026 betrafen das Hochvoltsystem von Elektroautos und Plug-in-Hybriden.

74.000+Ford Kuga PHEV in Deutschland

Rückruf 25SC4, Baujahre 2019 bis 2026

28.158VW ID. und Cupra Born in Deutschland

KBA-Referenzen 16271R und 16269R

bis 2028Wartezeit Mercedes EQA/EQB

Batterietausch nach Rückruf 16136R kann so lange dauern

Rückruf erhalten? Lassen Sie Ihre Rechte prüfen.

Kostenlos und unverbindlich – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden mit einer ersten Einschätzung.

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Ihre Rechte

Was Käufer verlangen können

Mängelrechte richten sich gegen den Verkäufer. Welches Recht Sie geltend machen können, hängt vom Mangel, vom Vertrag und vom bisherigen Verlauf der Reparatur ab.

Nachbesserung oder neues Fahrzeug
§ 439 BGB
Minderung des Kaufpreises
§ 441 BGB
Rücktritt und Rückabwicklung
§§ 323, 440 BGB
Schadensersatz, z. B. Mietwagen, Stellplatz
§§ 280, 281 BGB
Verjährung beim Neuwagen ab Übergabe
2 Jahre, § 438 BGB

Betroffene Modelle

Welche Elektroautos und Plug-in-Hybride zurückgerufen werden

Ob Ihr Fahrzeug betroffen ist, klärt die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) – nicht jedes Fahrzeug einer Baureihe gehört zum Rückruf.

Mercedes EQA und EQB – KBA 16136R

Gebaut vom 20.02.2021 bis 30.07.2024. Möglicher Kurzschluss in der Hochvoltbatterie. Die Batterie wird getauscht, bis dahin gilt: höchstens 80 Prozent laden und nur im Freien parken. Der Tausch kann sich bis 2028 hinziehen.

Ford Kuga Plug-in-Hybrid – Code 25SC4

Gebaut von August 2019 bis März 2026, in Deutschland über 74.000 Fahrzeuge. Interner Kurzschluss in Batteriezellen möglich. Vorgaben: nicht über 80 Prozent laden, Fahrmodus „Auto-EV“. Eine endgültige Abhilfe stand lange aus.

VW ID.3, ID.4, ID.5, ID. Buzz – KBA 16271R

Batteriemodule entsprechen teils nicht der Spezifikation: von geringerer Reichweite bis zur Brandgefahr. Software-Update, Prüfung der Module und bei Bedarf Austausch. Für den Cupra Born gilt dieselbe Maßnahme unter KBA 16269R.

Hyundai Kona Elektro – KBA 16242R

Erste Generation. Die Software zur Batterieüberwachung kann eine thermische Instabilität nicht rechtzeitig erkennen. Abhilfe per Software-Update.

Renault 4 und Renault 5 E-Tech

Fahrzeuge aus der Produktion von Dezember 2025 bis Januar 2026. Ein Fertigungsfehler in Batteriezellen kann zu einem internen Kurzschluss führen. Die Fahrzeuge werden in der Werkstatt geprüft.

Opel, Peugeot, Citroën, DS – Plug-in-Hybride

Weltweit rund 40.000 Hybridfahrzeuge des Stellantis-Konzerns. Die Hochvoltbatterie kann überhitzen. Bis zur Prüfung: nicht per Stecker laden und die Funktion „eSave“ abschalten.

Porsche Taycan – Code ARB6

Modelljahre 2019 bis 2024. Zellfehler in der Hochvoltbatterie können zu Kurzschluss und Brand führen. Wird die Reparatur nicht fristgerecht nachgewiesen, kann die Zulassungsbehörde den Betrieb untersagen.

Ihr Modell fehlt?

Rückrufe kommen laufend hinzu, auch für Audi-, Jaguar- und weitere Modelle. Schicken Sie uns Ihr Rückrufschreiben – wir prüfen jeden Fall einzeln.

Der Rückruf schützt Sie vor dem Brand – nicht vor dem Schaden.

Halten Sie sich an die Vorgaben des Herstellers und bringen Sie Ihr Fahrzeug in die Werkstatt. Ob Sie darüber hinaus Geld zurückbekommen oder das Fahrzeug zurückgeben können, ist eine eigene Frage – und die sollten Sie klären, bevor Fristen ablaufen.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Batterie-Rückruf

Kann ich mein E-Auto wegen Brandgefahr zurückgeben?

Möglicherweise. Ein Rücktritt setzt einen erheblichen Mangel voraus und in der Regel, dass die Nachbesserung gescheitert, verweigert oder unzumutbar ist. Ein Rückruf allein begründet noch keinen Rückgabeanspruch – ein Sicherheitsmangel an der Hochvoltbatterie, der über Monate nicht behoben wird, kann aber genau diese Voraussetzungen erfüllen.

Muss ich das Update oder den Werkstatttermin wahrnehmen?

Ja. Sicherheitsrelevante Rückrufe sollten Sie nicht ablehnen – bei verpflichtenden Rückrufen kann die Zulassungsbehörde sonst den Betrieb untersagen. Die Werkstattmaßnahme und die Prüfung Ihrer Ansprüche laufen parallel.

Mein Auto ist älter als zwei Jahre – ist es zu spät?

Nicht unbedingt. Gewährleistungsansprüche verjähren beim Neuwagen zwar grundsätzlich zwei Jahre nach Übergabe. Verhandlungen mit dem Verkäufer können die Verjährung aber hemmen, und Herstellergarantien auf die Hochvoltbatterie laufen oft deutlich länger. Lassen Sie das prüfen, bevor Sie aufgeben.

Wer zahlt meinen Stellplatz, wenn ich nicht mehr in der Garage parken darf?

Zusätzliche Kosten können als Schadensersatz geltend gemacht werden, wenn der Verkäufer den Mangel zu vertreten hat oder mit der Nachbesserung in Verzug ist. Bewahren Sie Belege für Parkgebühren, Mietwagen und Fahrtkosten auf.

Muss das Auto erst brennen, bevor ich Rechte habe?

Nein. Mangelhaft ist ein Fahrzeug schon dann, wenn es sich wegen eines Sicherheitsrisikos nicht so nutzen lässt, wie man es von einem Auto dieser Art erwarten kann. Darf es nicht mehr in die Garage und nicht mehr voll geladen werden, liegt das nahe.

Gegen wen richten sich meine Ansprüche – Hersteller oder Händler?

Gewährleistungsrechte richten sich gegen den Verkäufer, also meist den Händler. Gegen den Hersteller kommen Ansprüche aus einer Garantie oder, wenn ein Schaden entstanden ist, aus Produkthaftung in Betracht. Beim Direktvertrieb ist der Hersteller zugleich Verkäufer.

Ich habe geleast oder finanziert – kann ich trotzdem etwas tun?

Ja. Beim Leasing hat der Leasinggeber die Mängelrechte meist an Sie abgetreten. Bei einer Finanzierung kann der Darlehensvertrag mit dem Kaufvertrag verbunden sein. Stellen Sie Raten aber nicht eigenmächtig ein, sondern lassen Sie die Verträge zuerst prüfen.

Was kostet die Prüfung?

Die Ersteinschätzung ist kostenlos. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung, stellen wir die Deckungsanfrage für Sie. Andernfalls besprechen wir die Kosten vorab transparent mit Ihnen.

Wenn die Batterie zum Risiko wird

Die Hochvoltbatterie ist das teuerste und wichtigste Bauteil eines Elektroautos. Defekte Zellen oder Module können überhitzen, einen Kurzschluss auslösen und im schlimmsten Fall einen Fahrzeugbrand verursachen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat deshalb für mehrere Modelle verpflichtende Rückrufe angeordnet. Die Hersteller reagieren unterschiedlich: mit Software-Updates, mit der Prüfung und dem Tausch einzelner Module oder mit dem Austausch der kompletten Batterie.

Für Halter bedeutet das zunächst Unsicherheit – und oft schon lange vor der Reparatur handfeste Nachteile.

Wenn das Auto nicht mehr in die Garage darf

Viele Rückrufe sind mit Vorgaben für die Zeit bis zur Reparatur verbunden: nicht über 80 Prozent laden, nicht per Stecker laden, nur im Freien und mit Abstand zu Gebäuden parken. Wer sein Auto täglich nutzt, spürt das sofort. Die Reichweite schrumpft, längere Fahrten brauchen zusätzliche Ladestopps, der Tiefgaragenplatz ist nutzlos, und im Mietshaus oder in der Eigentümergemeinschaft wird das Fahrzeug zum Streitthema.

Ein Auto, das zwar fährt, aber nur mit solchen Einschränkungen genutzt werden darf, ist rechtlich nicht in Ordnung. Ein Kaufvertrag verspricht ein Fahrzeug, das sich so verwenden lässt, wie es bei Autos dieser Art üblich ist – geladen, geparkt und gefahren ohne Brandrisiko. Ob die Einschränkung einen Mangel darstellt, wie schwer er wiegt und welche Rechte daraus folgen, prüfen wir im Einzelfall.

Nur noch draußen parken, nur bis 80 Prozent laden?

Lassen Sie prüfen, ob Sie diese Einschränkungen hinnehmen müssen. Kostenlos und unverbindlich.

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Wie lange müssen Sie auf die Reparatur warten?

Der Verkäufer darf einen Mangel zunächst beheben – aber nicht beliebig lange. Die Nachbesserung muss innerhalb einer angemessenen Frist erfolgen. Was angemessen ist, hängt vom Mangel ab: Bei einem Sicherheitsrisiko an der Batterie und spürbaren Nutzungseinschränkungen sind es eher Wochen als Jahre. Kündigt der Hersteller einen Batterietausch für irgendwann bis 2028 an, ist das für den Käufer regelmäßig nicht zumutbar.

Nach zwei erfolglosen Nachbesserungsversuchen gilt die Nachbesserung in der Regel als fehlgeschlagen (§ 440 BGB). Dann kommen Minderung, Rücktritt und Schadensersatz in Betracht. Gleiches gilt, wenn der Verkäufer die Reparatur verweigert oder sie Ihnen nicht zumutbar ist. Wichtig: Diese Rechte entstehen nicht von selbst. Der Verkäufer muss in der Regel zuerst wirksam zur Nachbesserung aufgefordert werden – das sollte schriftlich und mit Frist geschehen.

Nach dem Update weniger Kapazität oder längere Ladezeiten

Manche Rückrufmaßnahmen begrenzen die nutzbare Kapazität der Batterie oder die Ladeleistung. Das Brandrisiko sinkt – aber das Auto kann danach dauerhaft weniger, als beim Kauf versprochen wurde. Ein Update, das einen Mangel durch einen anderen ersetzt, ist keine vollständige Nachbesserung.

Dokumentieren Sie deshalb möglichst unter vergleichbaren Bedingungen, wie sich Reichweite, angezeigte Kapazität und Ladezeiten vor und nach der Maßnahme verändert haben: Fotos vom Display, Ladeprotokolle aus der App, Fahrtenbuch. Mehr zur Frage, wann eine geringere Reichweite ein Mangel ist, lesen Sie auf unserer Seite E-Auto-Reichweite.

Gegen wen sich Ihre Ansprüche richten

Der Verkäufer schuldet ein mangelfreies Fahrzeug. Gegen ihn richten sich Nachbesserung, Minderung, Rücktritt und Schadensersatz. Das ist meist der Händler, beim Direktvertrieb (etwa bei Tesla oder bei Agenturmodellen) der Hersteller selbst.

Der Hersteller haftet daneben aus einer Garantie – viele Hersteller geben auf die Hochvoltbatterie eine deutlich längere Garantie als die gesetzliche Gewährleistung. Ist durch den Mangel ein Schaden entstanden, etwa ein Brand, kommen außerdem Ansprüche aus dem Produkthaftungsgesetz in Betracht.

Bei Leasing liegen die Mängelrechte zunächst beim Leasinggeber, sind aber meist an Sie abgetreten. Bei einer Finanzierung kann der Darlehensvertrag mit dem Kauf verbunden sein; ein Rücktritt wirkt sich dann auch auf die Raten aus. Welche Konstellation vorliegt, ergibt sich aus Ihren Verträgen.

Achtung Verjährung

Viele der betroffenen Fahrzeuge wurden 2021 bis 2024 gekauft. Gewährleistungsansprüche verjähren beim Neuwagen grundsätzlich zwei Jahre nach Übergabe, beim Gebrauchtwagen vom Händler kann die Frist auf ein Jahr verkürzt sein. Ein Rückrufschreiben und ein Werkstatttermin in ferner Zukunft halten diese Frist nicht auf. Verhandlungen mit dem Verkäufer können sie hemmen; ob und wie lange, hängt vom Einzelfall ab. Garantieansprüche gegen den Hersteller laufen nach den Garantiebedingungen oft länger.

Warten Sie deshalb nicht, bis die Werkstatt sich meldet. Lassen Sie jetzt prüfen, bis wann Sie handeln müssen.

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Wir sagen Ihnen, welche Ansprüche noch bestehen und bis wann Sie handeln müssen – kostenlos und innerhalb von 24 Stunden.

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Stand dieser Seite
  1. Oktober 2026. Grundlage sind die Rückrufveröffentlichungen des Kraftfahrt-Bundesamts, Informationen der Hersteller sowie Berichte des ADAC und der Fachpresse. Rückrufe werden laufend erweitert; maßgeblich sind das Rückrufschreiben und die FIN Ihres Fahrzeugs. Diese Seite ersetzt keine Prüfung im Einzelfall.

E-Mobilität · Fall prüfen

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Ein paar Angaben zu Fahrzeug und Kauf genügen. Die Prüfung ist kostenlos und unverbindlich.

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