Rückrufe im VW-Abgasskandal: Diese Fahrzeuge sind betroffen

Im Jahr 2015 begann der Abgasskandal für VW: Im Herbst wurde öffentlich, dass der Volkswagenkonzern eine illegale Abschalteinrichtung zur Manipulation der Abgaswerte in den Fahrzeugen verbaut hat. Es folgten vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) angeordnete Rückrufaktionen der betroffenen Autos, die bis heute bearbeitet werden. Da sich herausstellt, dass immer mehr Fahrzeugmodelle vom Dieselskandal betroffen sind, veröffentlicht VW immer wieder Rückrufschreiben. Aktuell gelten die Rückrufe im Abgasskandal für folgende Motorausstattungen von Volkswagen:

  • 1,2 Liter Hubraum
  • 1,6 Liter Hubraum
  • 2,0 Liter Hubraum
  • 3,0 Liter Hubraum

Der Volkswagenkonzern hat sich dafür entschieden, die unzulässige Abschalteinrichtung mithilfe von Softwareupdates zu deaktivieren. Das KBA in Flensburg hat als zuständige Behörde diese Updates freigegeben. Daher fordert der Autohersteller die betroffenen VW-Fahrer nun auf, das Fahrzeug in eine Werkstatt zu bringen, um das Softwareupdate aufspielen zu lassen. Dann sollen die Autos weniger Schadstoffe ausstoßen als vor dem Werkstattbesuch.

VW-Rückruf unter Herstellercode 23R7

Für die einzelnen Rückrufaktionen vergibt VW Herstellercodes. Mit jedem Code wird ein anderer vom Dieselskandal betroffener VW-Motor behandelt. So werden unter dem Namen 23R7 alle Fahrzeuge zurückgerufen, in denen der Motortyp EA189 verbaut ist. Dieser Motor ist im Übrigen nicht nur in VW-Autos zu finden, sondern auch in Modellen der Tochterfirmen Audi, Seat und Škoda. Die zahlreichen VW-Modelle mit diesem Motor sollen ein Softwareupdate bekommen. Zusätzlich wird in Fahrzeuge mit einem 1,6 Liter Hubraum ein sogenannter Strömungstransformator eingebaut, der die Abgasreinigung optimieren soll.

Modell mit EA189-Motor Baujahr
Amarok 2009-2012
Beetle2008-2016
Caddy2008-2016
Eos2008-2016
Golf2009-2016
Jetta2008-2016
Passat2007-2017
Polo2008-2016
Scirocco2007-2017
Sharan2007-2017
Tiguan2010-2016
Touran2007-2017
T6 2,0 Liter2009-2016
VW CC2006-2017

Motortyp EA288 wird unter Code 23Z7 zurückgerufen

Auf den Motortyp EA189 folgte bei VW der Typ EA288 – und auch dieser ist vom Abgasskandal betroffen und wird unter dem Herstellercode 23Z7 zurückgerufen. Dieser noch recht junge Motor wurde hauptsächlich in Fahrzeugen der Abgasnorm Euro 6 verbaut.

Update vom 30.01.2020: VW muss nun 30.000 T5- und T6-Busse mit der Abgasnorm Euro 6 und einem 2,0 Liter-Motor, die von 2014 bis 2017 gebaut wurden, zurückrufen.

Modell mit EA288-MotorBaujahr
T5 2,0 Liter 2014-2017
T6 2,0 Liter 2014-2017

Herstellercode 23Y3: Touareg-Rückruf

In der Rückrufaktion 23Y3 werden Touareg-Besitzer vom Wolfsburger Autohersteller in die Werkstätten gebeten. Diese Fahrzeuge werden von einem EA897-Motor angetrieben, dessen Abgasreinigung ebenfalls von einer Schummelsoftware manipuliert wird. Dieser Rückruf gilt für den Touareg mit 3,0 Liter-TDI-Motor, der zwischen 2014 und 2017 produziert wurde, sowie für den Amarok 3.0 TDI. Auch hier ist die angebotene Lösung des Volkswagen-Konzerns ein Softwareupdate.

Modell mit EA897-MotorBaujahr
Amarok 3.0 TDI2016-2017
Touareg 3.0 TDI2014-2017

Sollten Sie dem Rückruf folgen?

Grundsätzlich sind die vom Kraftfahrt-Bundesamt angeordneten Rückrufaktionen verpflichtend. Betroffene Autofahrer müssen ihnen also nachkommen. Da durch das angebotene Softwareupdate aber langfristige Folgeschäden am Fahrzeug möglich sind, können rechtliche Mittel gegen den Autohersteller eingesetzt werden. Hier empfiehlt sich eine rechtliche Beratung durch einen Anwalt.

Nutzen Sie die kostenlose Erstberatung der Verbraucherrechtskanzlei VON RUEDEN. Wir prüfen unverbindlich, ob Ihr VW-Dieselfahrzeug vom Rückruf im Rahmen des Abgasskandals betroffen ist und welche rechtlichen Schritte sich in Ihrem individuellen Fall lohnen können: von der Kaufpreisrückerstattung bis zum Schadensersatz. Kontaktieren Sie uns unter 030 – 200 590 770 oder info@rueden.de.

Kraftfahrt-Bundesamt: Rückrufdatenbank. Rückrufcodes: 23R7, 23Z7, 23Y3, URL: https://www.kba-online.de/gpsg/startServlet?adress=gpsg, aufgerufen am 16.01.2020.