Sexualstrafrecht
Vorwurf Exhibitionismus (§ 183 StGB): Wann Entblößung strafbar ist
Nacktheit ist keine Straftat. § 183 StGB verlangt mehr: bewusstes Zeigen, sexuelle Motivation und eine erhebliche Belästigung. Genau dort setzen wir an.
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Worum es geht
§ 183 StGB erfasst nur Männer, die eine andere Person durch eine exhibitionistische Handlung belästigen: das bewusste Vorzeigen des entblößten Glieds mit sexueller Motivation. Die Tat wird in der Regel nur auf Antrag verfolgt.
§ 183a StGB ergänzt: Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, macht sich strafbar, wenn § 183 nicht greift. Bloße Nacktheit außerhalb üblicher Situationen kann eine Ordnungswidrigkeit nach § 118 OWiG sein.
Vor Kindern oder bei einer Berührung ändert sich die Bewertung erheblich. Dann stehen §§ 176a und 184i StGB im Raum.
Strafrahmen
Strafrahmen
- Exhibitionistische Handlung, § 183
- bis 1 Jahr oder Geldstrafe
- Erregung öffentlichen Ärgernisses, § 183a
- bis 1 Jahr oder Geldstrafe
- Grob ungehörige Handlung, § 118 OWiG
- Geldbuße
- Bewährung mit Therapie, § 183 Abs. 3
- auch bei ungünstiger Prognose möglich
Worauf es in der Verteidigung ankommt
Worauf es in der Verteidigung ankommt
Wahrnehmung
Wurde die Sichtbarkeit bewusst hergestellt, oder wurde jemand zufällig gesehen?
Motivation
Entkleidung aus anderen Gründen ist kein Exhibitionismus.
Belästigung
Reaktion, Dauer und Nachwirkung bei der betroffenen Person müssen erheblich sein.
Keine Entschuldigung aus Scham.
Eine spontane Erklärung an Ort und Stelle liest sich später wie ein Geständnis. Ort, Zeit, Sichtverhältnisse und Zeugen notieren, sonst nichts.
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